Bewegung kein Allheilmittel

Foto: Kind mit Pommes

Eltern sollten stark auf die Ernährung
ihrer Kinder achten;©Weiss/Pixelio.de

Ein Team von Wissenschaftlern um Terry Wilkin kommt zu dem Schluss, dass sich Programme gegen Fettsucht eher auf die Ernährung als auf körperliche Aktivitäten konzentrieren sollten.

Es gibt laut Studie keinen Zweifel an einem Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und der Fettmenge, die ein Körper ansammelt. Es wird auch nicht infrage gestellt, dass Sport gut für Kinder ist. Bezweifelt wird jedoch die Sinnhaftigkeit dieses Ansatzes zur Bekämpfung von Fettsucht.

Die Mitarbeiter der EarlyBird Diabetes Study haben mehr als 200 Schulkinder die letzten elf Jahre lang begleitet. Als Teil der Langzeitstudie wurden der Anteil des Körperfetts und das Ausmaß der körperlichen Aktivitäten alle drei Jahre überprüft.

Es fand sich kein Hinweis darauf, dass mehr körperliche Aktivität eine Auswirkung auf das Gewicht hat. Jene Kinder, die zunahmen, bewegten sich jedoch in der Folge relativ wenig. Diese Studienergebnisse legen nahe, dass mehr als zehn Prozent Körperfett bei Siebenjährigen dazu führt, dass sie sich pro Tag vier Minuten weniger bewegen.

Wilkin erklärte, dass klinge zuerst nicht nach viel. Im Laufe der Zeit summiere sich diese mangelnde Bewegung jedoch. Jungen bewegten sich pro Tag etwas weniger als eine Stunde, Mädchen rund 45 Minuten. Bei geringerem Gewicht werde also eine nicht unwichtige Menge an Aktivität dazu gewonnen.

Die Forschungsergebnisse legen nahe, dass übergewichtige Kinder ihren Körper negativ wahrnehmen und daher eher nicht an sportlichen Aktivitäten teilnehmen. Kinder, die zu stark zunehmen, könnten sich auch während des Sports nicht wohlfühlen und auch schneller an ihre körperlichen Grenzen kommen. Laut Wilkin ist daher die Ernährung und nicht der Sport der entscheidende Ansatzpunkt zur Bekämpfung von Übergewicht und Fettsucht in der Kindheit.


MEDICA.de; Quelle: EarlyBird Diabetes