Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Sport und Bewegung gegen ein Nachlassen der geistigen Kräfte im Alter schützen können. Allerdings war dies nicht in allen Studien durchgängig der Fall und der Zusammenhang zwischen Bewegung und einer vaskulären Demenz ist unklar.

Nun haben Wissenschaftler aus Italien diesen Zusammenhang erneut untersucht. Unter der Leitung von Dr. Giovanni Ravaglia vom University Hospital S. Orsola-Malpighi in Bologna haben sie Daten der „Conselice Study of Brain Aging (CSBA)“ untersucht. An dieser Kohortenstudie nahmen in den Jahren 1999 und 2000 genau 749 Italiener im Alter über 65 Jahre teil. Alle hatten sich zuvor kognitiv untersuchen lassen und zeigten keinerlei Anzeichen einer Demenz. Zu Beginn der Studie gaben sie zudem Auskunft über den Grad ihrer körperlichen Aktivität.

Alle unterzogen sich in den Jahren 2003 und 2004 erneut einer Untersuchung ihrer Geisteskräfte. Dabei zeigte sich, dass inzwischen 86 Probanden an einer Demenz erkrankt waren. In 54 Fällen war dies eine Demenz vom Alzheimer-Typ und in 27 Fällen eine vaskuläre Demenz.

Nachdem die Wissenschaftler verschiedene soziodemographische Faktoren herausgerechnet hatten, zeigte sich ein klarer statistischer Zusammenhang zwischen körperlicher Bewegung und dem Risiko, an einer vaskulären Demenz zu erkranken: Bei jenen Probanden, die in Bezug auf das Laufen in der obersten Tertile lagen, sank das Risiko einer solchen Demenz im Vergleich zu den Probanden in der untersten Tertile um 73 Prozent.

Nimmt man alle sportlichen und körperlichen Betätigungen zusammen, dann errechnet sich eine Risikominderung von 76 Prozent für Probanden in der obersten versus jene in der untersten Tertile. Bei einer Demenz vom Alzheimer-Typ gab es diesen Zusammenhang nicht. Möglicherweise war die Studie nicht groß genug, um einen protektiven Effekt des Sports auch beim Morbus Alzheimer nachzuweisen, schreiben die Autoren.

MEDICA.de; Quelle: Neurology Early Online