Kolon- und Mammakarzinome treten seltener auf, wenn Personen sich körperlich ausreichend bewegen. Beim Ovarialkarzinom war dieser inverse Zusammenhang bislang aber nicht bewiesen. Wissenschaftler der "Public Health Agency of Canada" in Ottawa, Ontario, und der "Canadian Cancer Registries Epidemiology Research Group" haben nun Daten einer großen Populationsstudie mit 442 Fällen eines histologisch gesicherten Ovarialkarzinoms untersucht. 2.135 gesunde Frauen im Alter zwischen 20 und 76 Jahren dienten als Kontrollgruppe.

Die Studie wurde zwischen 1994 und 1997 unternommen. Alle Probandinnen gaben mittels eines Fragebogen sehr detailliert Auskunft über ihre Lebensumstände, einschließlich der körperlichen Aktivität. In den drei Kategorien moderate Bewegung, starke körperliche Aktivität und Gesamt-Aktivität unterteilte man die Frauen in drei Tertilen.

Im Vergleich zu Frauen in der niedrigsten Tertile körperlicher Bewegung hatten Frauen in der höchsten Tertile jeder der drei Kategorien ein deutlich verringertes Risiko, an einem Ovarialkarzinom zu erkranken (relatives Risiko: 0.67 bei moderater Bewegung, 0.93 bei häufiger körperlicher Aktivität und 0.73 bei Gesamt-Aktivität). Zunehmend häufigere moderate und starke körperliche Bewegung war mit einer linearen Abnahme des Ovarialkarzinomrisikos verbunden. Das galt sowohl für prä- als auch postmenopausale Frauen.

Diese Risikominderung konnte aber nicht bei allen Tumortypen beobachtet werden. Insbesondere Ovarialkarzinome vom serösen, endometrioiden Typ traten bei körperlich aktiven Frauen seltener auf. Muzinöse Ovarialkarzinome dagegen blieben von der Frauenbewegung weitgehend unbeeindruckt. Vor allem übergewichtige Frauen profitierten von körperlicher Bewegung.

MEDICA.de; Quelle: International Journal of Cancer 2005, Early View