Mit dem Bewegungsdetektor lassen sich auch die Nebenwirkungen der Strahlentherapie erheblich verringern, da die Strahlung besser auf das erkrankte Gewebe zu beschränken ist.

Die Strahlentherapie hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Wirksamkeit und Genauigkeit der radiologischen Behandlung haben sich deutlich verbessert. Einige Hürden sind allerdings noch nicht genommen. Dazu gehört die Organbewegung: Atmung, Herzschlag und Darmbewegungen gestalten die präzise Bestrahlung oft problematisch.

Die theoretisch erreichbare Genauigkeit von weniger als einem Millimeter ist laut Dr. Matthias Günther von der mediri GmbH Heidelberg in der Praxis bisher nicht zu erreichen: „Im Kopfbereich wurden beeindruckende Erfolge erzielt, im Körperstammbereich ist das Problem der Organbewegungen noch weitgehend ungelöst“, so Günther. Methoden wie Atemanhalten, Atemgurt oder Atemluftsensor belasten die Patienten zusätzlich und verlängern die Behandlungsdauer erheblich.

Im Idealfall sollte das Zielorgan wie „erstarrt“ erscheinen. Das lässt sich nun bald mit einem Bewegungsdetektor erreichen, der mittels Ultraschallbildgebung jede Positionsänderung penibel registriert. Die Abweichungen werden in Echtzeit an einen Teilchenbeschleuniger übertragen. Er wertet die Informationen aus und kann binnen Millisekunden auf die Bewegungen reagieren. Der Bewegungscheck läuft dabei vollkommen unabhängig von der Strahlenbehandlung ab.

So muss sich die Bestrahlung nicht mehr wie bisher auf bestimmte Phasen des Atemzyklus beschränken, sondern kann durchgängig und bei freier Atmung erfolgen. Damit stünde Radiologen ein Gerät zur Verfügung, mit dem erstmals die theoretisch mögliche Genauigkeit auch praktisch machbar wird. Es erhöht die Qualität und Verträglichkeit der Strahlenbehandlung deutlich und senkt zugleich die Nebenwirkungen und Folgekosten.

Das Projekt ist einer der Gewinner des Innovationswettbewerbs zur Förderung der Medizintechnik 2006 und soll vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit bis zu 1,5 Millionen Euro für die Durchführung eines Transferprojekts gefördert werden.