Bielefelder Forscher entwickeln Cloud für Wissenschaftsdaten

01/12/2016

Das Centrum für Biotechnologie (CeBiTec) der Universität Bielefeld gehört zu den fünf ausgewählten Standorten in Deutschland, die eine Cloud, etablieren sollen. Die Cloud soll dazu beitragen, den Engpass an Rechnerresourcen im Deutschen Netzwerk für Bioinformatik-Infrastruktur (de.NBI) zu beheben.

Bild: Drei Männer vor blauem Himmel lachen in die Kamera; Copyright: Universität Bielefeld

Ansprechpartner für die Einrichtung einer de.NBI-Cloud am CeBiTec der Universität Bielefeld: Prof. Dr. Jens Stoye, Prof. Dr. Alfred Pühler und Dr. Alexander Sczyrba (v.l.).; © Universität Bielefeld

Bundesweit hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für dieses Vorhaben sechs Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Für den Standort Bielefeld sind 1,2 Millionen Euro vorgesehen.

Das Deutsche Netzwerk für Bioinformatik-Infrastruktur wurde im März 2015 mit dem Ziel gegründet, das in den Lebenswissenschaften existierende "Big Data"-Problem in den Griff zu bekommen. Mit fortschrittlichen Untersuchungsmethoden werden heutzutage in den Lebenswissenschaften riesige Datenmengen erzeugt, die nur noch mit komplexen Bioinformatikprogrammen und großen Rechenanlagen analysiert werden können. Zur Analyse dieser Datenmengen bietet das de.NBI-Netzwerk Hilfe an und stellt die notwendigen Analyseprogramme zur Verfügung. Allerdings stehen in Deutschland die notwendigen großen Rechenanlagen nicht flächendeckend zur Verfügung. Das Netzwerk will mithilfe der zukunftsorientierten Cloud-Technologie diesen Engpass beheben.

Die de.NBI-Cloud soll an insgesamt fünf Standorten, nämlich in Bielefeld, Gießen, Heidelberg, Freiburg und Tübingen errichtet werden. Für den laufenden Betrieb der Cloud unterstützt das Forschungsministerium das Netzwerk mit sechs Wissenschaftlerstellen. Der Koordinator des Netzwerks, Prof. Alfred Pühler von der Universität Bielefeld, erläutert: "Mit der Einrichtung der de.NBI-Cloud verstärkt Deutschland den internationalen Trend, die Analyse von großen Datenmengen über Cloud-Ansätze zu lösen." Prof. Jens Stoye, Leiter des Servicezentrums für das Netzwerk, ergänzt: "Durch die Entwicklung einer eigenen Cloud-Lösung hier in Deutschland können wir die Sicherheit der Wissenschaftsdaten garantieren."

Die Bielefelder de.NBI-Cloud wird am Center für Biotechnologie (CeBiTec) angesiedelt, ein Prototyp ist bereits in Betrieb. "Bis Ende des Jahres sollten alle Cloud-Komponenten beschafft sein, sodass bis Mitte des nächsten Jahres dem de.NBI-Netzwerk eine funktionsfähige Bielefelder de.NBI-Cloud zur Verfügung stehen wird", sagt Alexander Sczyrba, Leiter der Arbeitsgruppe Computational Metagenomics an der Universität Bielefeld, mit langjähriger Erfahrung im Einsatz von Cloud-basierten Analyse-Pipelines.


MEDICA.de; Quelle: Universität Bielefeld

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