Big Data-Analyse findet optimale Chemotherapie schneller

02.07.2015
Foto: Die Worte "Big Data" auf einer Enter-Taste

Mit Big Data kann in Minutenschnelle die optimale Chemotherapie ermittelt werden; ©panthermedia.net/ tashatuvango

Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) präsentiert eine neue Lösung, mit der in Minutenschnelle die für einen Krebspatienten optimale Chemotherapie ermittelt werden kann. Bislang dauerte es oft Wochen, bis Onkologen den weltweit wachsenden Bestand an Daten über Untersuchungs- und Test-Ergebnisse ausgewertet hatten.

Zusammen mit dem Berliner Forschungspartner Charité setzt das Potsdamer Institut eine von ihm entwickelte Höchstgeschwindigkeits-Datenbank ein. Dadurch können Ärzte zum Beispiel das Ansprechen von Tumoren auf bestimmte Medikamente besser vorhersagen und die Wirkstoffmengen reduzieren.

"Krebsforscher versetzen wir außerdem in die Lage, Zusammenhänge zwischen Varianten in den Erbanlagen von Patienten und der Wirkung von Medikamenten bei diesen zu ermitteln", erläuterte HPI-Direktor Prof. Christoph Meinel. Nach Meinels Worten können Annahmen erstmals innerhalb von Minuten überprüft und Indikatoren für die Auswahl von bestimmten Kombinations-Therapien abgeleitet werden.

"Wir kombinieren Daten historischer Fälle, um bei der Auswahl der passenden Behandlung für akute Patienten zu unterstützen", sagte HPI-Wissenschaftler Dr. Matthieu-P. Schapranow. Die Informationen über Patienten, Tumore und Medikamentenwirkungen würden mit neusten medizinischem Wissen aus aller Welt verknüpft. "Ein mathematisches Modell bewertet die Daten verschiedener Patienten und ermöglicht so eine Prognose der individuellen Ansprache eines einzelnen Patienten auf ein spezifisches Medikament in Echtzeit", unterstrich Schapranow.

Er verweist weiter auf Untersuchungen amerikanischer Forscher aus dem Jahr 2012, nach denen drei von vier Chemo-Therapien nicht den gewünschten Erfolg erzielten.

MEDICA.de; Quelle: Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik (HPI)

Mehr über das HPI unter: www.hpi.de