Internationale Register zeigen, dass 46 Prozent aller Lungentransplantationen bei Patienten mit einer COPD im Endstadium vorgenommen werden. Bis in die 80er Jahre des 20. Jahrhunders hinein hat man beide Lungenflügel transplantiert. Im Jahre 1988 wurde jedoch nachgewiesen, dass man auch nur einen Lungenflügel transplantieren kann. Dies ist zum einen einfacher, außerdem können dann zwei Patienten von derselben Lunge profitieren.

Seitdem ist dieses Vorgehen vielerorts zur Regel geworden. Allerdings ist die Debatte darüber nie ganz verstummt. In den vergangenen Jahren ist der Anteil der bilateralen Transplantationen wieder deutlich gestiegen.

Wissenschaftler haben nun Daten der „International Society for Heart and Lung Transplantation“ analysiert. Sie verglichen die Überlebensrate von 3.525 Patienten mit einer COPD im Endstadium, denen zwei Lungenflügel implantiert wurden mit 6.358 Patienten, die bei gleicher Indikation nur einen neuen Lungenflügel erhielten.

Die Gesamt-Überlebensrate nach der Lungentransplantation betrug durchschnittlich 5,0 Jahre. Dabei spielte der Zeitpunkt der Transplantation eine große Rolle: Jene, die vor 1998 operiert wurden, überlebten im Durchschnitt 4,5 Jahre, jene nach 1998 5,3 Jahre (p kleiner 0.0001). Außerdem zeigte die Studie, dass Patienten nach einer bilateralen Lungenflügeltransplantation fast zwei Jahre länger leben als mit nur einem neuen Lungenflügel: 6,41 Jahre versus 4,59 Jahre (p kleiner 0.001).

Allerdings profitieren von einer beidseitigen Transplantation der Lungenflügel fast ausschließlich jüngere Patienten unter 60 Jahre. Bei älteren Patienten ist die Überlebenszeit nahezu unabhängig von der Operationsmethode.

MEDICA.de; Quelle: Lancet 2008, Vol. 371, S. 744-751