Um mit der funktionellen Magnetresonanztomographie fMRT dem lebenden Gehirn zuzuschauen zeigen Ärzte einem Patienten in der Röhre eines Tomographen verschiedene Bilder. Während der Proband sie betrachtet, nimmt das Gerät Schnittbilder des Gehirns auf. Zusätzlich zur konventionellen MRT misst das Gerät die neuronale Aktivität über die örtlich und zeitlich veränderliche Sauerstoffkonzentration in Blut und Gewebe.

Eine Crux besteht jedoch darin, dass das Bedienpersonal dem zu untersuchenden Menschen nicht einfach Fotos in die sehr enge Röhre reichen kann. Weiterhin darf sich der Untersuchte auch nicht bewegen. Daher kommen die Bilder über ein Projektionssystem zu dem Patienten. Dieses muss nicht nur sehr kompakt sein, es darf auch keine ferromagnetischen Materialien wie Eisen enthalten, denn sie würden die Messungen stören. Es eignen sich darüber hinaus nur Displays, die von Magnetfeldern möglichst wenig beeinflusst werden.

Ein Projektionssystem für diesen Einsatz haben Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF in Jena entwickelt. Dafür setzten sie Mikrodisplays aus selbstleuchtenden organischen Leuchtdioden ein. Da es Okulare für beide Augen besitzt, kann im Tomographen sogar untersucht werden, wie Menschen räumlich sehen. Zudem kann über das Okularsystem beobachtet werden, wohin der Proband im Bild gerade blickt. Dies ermöglicht weitere Rückschlüsse für neurologische Untersuchungen.

"Projektionssysteme für die Medizintechnik, aber auch solche für die Darstellung virtueller Realität werden immer mehr benötigt", weiß Stefan Riehemann von der IOF-Abteilung Optische Systeme. "Wir konzipieren oft solche Spezialsysteme - besonders für Bereiche, in denen kein konventionelles Gerät eingesetzt werden kann."

MEDICA.de; Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft