Jahrelang haben Radiologen in den USA gewarnt, dass es zu wenig gut ausgebildete Fachleute gibt, um mammographische Aufnahmen lesen zu können. Nun kommt möglicherweise Abhilfe aus einer unvermuteten Ecke: dem Internet: Mit spezieller Hard- und Software gelingt es, mammographische Bilder über das Internet zu verschicken. Und zwar in einer solchen Qualität, dass die Bilder auch beim Empfänger noch mit hoher Sicherheit ausgewertet werden können.

Das hat eine Studie gezeigt, die jetzt beim Jahreskongress der "Radiological Society of North America" vorgestellt wurde. Wissenschaftler des New York Presbyterian Hospital am Columbia University Medical Center, New York City, machten 1.314 digitale Mammographien und sandten sie über eine Internet-Breitbandverbindung an den Praxiscomputer eines der beteiligten Studienleiter, mehr als 100 Meilen auswärts.

Mit Hilfe verschiedener Test konnten die Studienleiter nachweisen, dass die Bilder durch das Versenden per Internet keinerlei Datenverlust erlitten. Die Bilder konnten also beim Empfänger in derselben Klarheit gelesen und interpretiert werden wie im Krankenhaus, wo die Aufnahmen entstanden.

Dieses Ergebnis zeigt vielfältige Möglichkeiten auf, für die USA oder anderswo. Man könnte zum Beispiel regionale Zentren etablieren, wo eintreffende mammographische Aufnahmen zentral ausgewertet werden. Dies könnte die Qualität der Auswertungen deutlich erhöhen, glauben die Studienleiter. Frauen in den USA müssten dann nicht mehr so lange auf einen Termin zur Mammographie warten und viele Todesfälle könnten verhindert werden.

Allerdings machen die Studienleiter eine Einschränkung. Noch eignet sich diese Technik nur für Aufnahmen im Rahmen eines Screenings. Bei diagnostischen Mammographien bleiben sie zur Sicherheit bei der guten, alten Auswertung vor Ort.

MEDICA.de; Quelle: Radiological Society of North America: 91st Scientific Assembly and Annual Meeting