Biomarker für Bauchspeicheldrüsenkrebs

Foto: Tumorzellen der Bauchspeicheldrüse

Über den neuen Biomarker könnten
Tumorzellen schneller erkannt
werden; ©, NCI Visuals Online

Für die Entdeckung dieses Markers haben sie zunächst mit einer neuartigen Methode kleinste Eiweißmoleküle aus Serumproben der Studienteilnehmer an magnetisierbare Kügelchen gebunden und aus einer Probe "herausgefischt". Dann wurde in einer Vakuumröhre unter Laserbeschuss die Flugzeit der kleinen Eiweißteilchen bestimmt. Die kleinen Teilchen fliegen schneller als die Schweren, hierdurch lässt sich auf die Masse, beziehungsweise das Gewicht der Eiweißteilchen rückschließen. Die Summe dieser Eiweißmoleküle ergeben somit für eine Patientenprobe ein charakteristisches Muster, ihre Aufklärung ist jedoch sehr schwierig.

Den Forschern ist es nun gelungen, aus dem Vergleich von Eiweißprofilen von Pankreaskarzinom-Patienten und Kontrollpersonen signifikant unterschiedliche Eiweißmoleküle zu identifizieren. In einer Wiederholungsuntersuchung an Patienten mit Pankreaskarzinom und Kontrollpersonen konnten die Befunde klar bestätigt werden. Eine tiefergehende Analyse des Eiweißmusters ergab schließlich den entscheidenden Hinweis auf ein vermindertes Fragment des Plättchenfaktors 4 (P4) als unerwarteten Laborbefund des Bauchspeicheldrüsenkrebses.

Dieser zunächst bioinformatisch gewonnene Hinweis konnte dann mit einem immunologischen Laborverfahren in Patienten und Kontrollen eindeutig bestätigt werden. Beeindruckend sind erste klinische Daten zu der Empfindlichkeit des neuen Markers. So führt die Kombination des PF4 mit etablierten Tumormarkern im Blut wie Ca19-9 und CEA zu einer wesentlich sichereren Diagnostik des Tumors als bisher.

Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine seltene, jedoch sehr bösartige Erkrankung. Die Diagnose wird erschwert, weil der Krebs keine oder nur leichte Beschwerden verursacht wie gelegentliche Übelkeit. Deshalb gehört das Pankreaskarzinom zu den Krankheiten, die oft zu spät entdeckt werden.

MEDICA.de; Quelle: Universität Leipzig