Bis 43 kann die künstliche Befruchtung klappen

Künstliche Befruchtung hat bei 43
ihre absolute Grenze
© Hemera

Fast 20 Prozent aller Frauen, die sich einer der verschiedenen Methoden zur künstlichen Befruchtung (Assisted Reproductive Technology: ART) unterziehen, sind 40 Jahre alt oder älter. Da Frauen im fünften Lebensjahrzehnt sich dem Ende ihrer reproduktiven Jahre nähern, haben sie einen hohen Bedarf an Beratung in Bezug auf künstliche Befruchtung. Eine der am häufigsten gestellten und bislang nicht ausreichend befriedigend zu beantwortenden Fragen ist jene, bis zu welchem Alter tatsächlich begründete Hoffnung auf eine Schwangerschaft besteht.

Wissenschaftler aus Boston, USA, haben sich nun mit dieser Frage beschäftigt. Sie analysierten das Ergebnis der verschiedenen Methoden zur künstlichen Befruchtung bei Frauen zwischen dem 40. und 48. Lebensjahr. Alle diese Frauen hatten sich am Boston IVF in Waltham, Massachusetts, USA zwischen 1999 und 2002 entweder einer intrazytoplasmatischen Spermieninjektion oder einer In-vitro-Fertilisation unterzogen. Insgesamt betraf das 1.263 Frauen mit 2.705 Zyklen.

Im Alter von 40 Jahren können noch bei 13,9 Prozent der Zyklen erfolgreich Schwangerschaften induziert werden. Dies ändert sich bis zum 43. Lebensjahr kaum (9,7 beziehungsweise 9,2 und 7,6 Prozent). Im 44. Lebensjahr jedoch sinkt die Quote auf 1,9 Prozent. Ab dem 46. Lebensjahr liegt die Erfolgsquote bei nahezu null Prozent. Keine der Frauen über 42 Jahre bekam Mehrlinge.

Die Erfolgsquote ist bei jüngeren Müttern erwartungsgemäß höher als bei älteren und sie steigt mit der Zahl der transferierten Embryonen. Auch ein niedriger Spiegel des Follikel-stimulierenden Hormons (FSH) am dritten Tag des Zyklus lässt auf Nachwuchs hoffen.

Die Wissenschaftler schließen aus ihrer Studie, dass die verschiedenen Methoden der künstlichen Befruchtung nur bis zum 43. Lebensjahr sinnvoll sind.

MEDICA.de; Quelle: Fertility and Sterility 2005, Vol. 84, S. 435-445