Bis auf 4-MBC sind Sonnencremes unbedenklich

Erst die Inhaltsstoffe lesen, dann
cremen; © NCI Visuals Online

Für den Lichtschutz werden kosmetischen Sonnenschutzmitteln UV-Filtersubstanzen zugesetzt. Bevor sie in Europa zugelassen werden, muss ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit in wissenschaftlichen Studien nachgewiesen werden. Wichtig ist, dass der Sicherheitsabstand zwischen der Substanzmenge, die bei bestimmungsgemäßer Anwendung über die Haut in den Körper übergeht und der, die im Tierversuch eine unerwünschte Wirkung zeigt, ausreichend groß ist.

In der Vergangenheit ist es trotzdem immer wieder zu Diskussionen um Wirkungen und Nebenwirkungen von UV-Filtern gekommen. Um der Verunsicherung von Verbrauchern entgegen zu wirken, hat das BfR die Sicherheit und Wirksamkeit von UV-Filtersubstanzen bewertet. Das Institut kommt zu dem Ergebnis, dass mit Ausnahme des Stoffes 4-Methylbenzylidene Camphor, kurz 4-MBC, alle auf dem Markt befindlichen UV-Filtersubstanzen nach derzeitigem wissenschaftlichen Kenntnisstand keine Gefahr für den Verbraucher darstellen.

Gegen die Verwendung des UV-Filters 4-MBC in Sonnenschutzmitteln hatte das Institut bereits im Jahr 2003 Bedenken geltend gemacht und weitere Untersuchungen zur gesundheitlichen Unbedenklichkeit gefordert. 4-MBC hatte im Tierversuch Hinweise auf eine hormonelle Wirkung gezeigt. Nach Ansicht des BfR wird der Verdacht auf eine Beeinflussung der Schilddrüsenhormone durch die neuen Untersuchungsergebnisse nicht entkräftet. Ein sogenannter "no observed adverse effect level (NOAEL)", eine Dosis ohne unerwünschte Effekte, konnte nicht festgelegt werden.

Das zuständige Gremium der Europäischen Kommission hatte die Bestimmung des NOAEL in einem geeigneten Versuchsdesign als Nachweis für die Unbedenklichkeit gefordert. Das BfR empfiehlt, 4-MBC deshalb vorsorglich vom Markt zu nehmen.

MEDICA.de; Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)