Bisher kein therapeutischer Zusatznutzen

Das Pieksen ist bisher sicherer
© Hemera

Die Ergebnisse des ersten Rapid Report des Institutes für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) sind unten stehend zusammengefasst:
  • Für Diabetes mellitus Typ 2 und 1 fanden die IQWiG-Mitarbeiter nur wenige Studien, bei der das Inhalat unter identischen Therapievoraussetzungen mit subkutan verabreichtem Insulin verglichen wurde. Es traten bei vergleichbarer Blutzuckersenkung unter Exubera tendenziell mehr schwerwiegende Unterzuckerungen auf.


  • Bei den unerwünschten Arzneimittelwirkungen fallen bei dem inhalativen Insulin vermehrt auftretender Husten und die Bildung von Insulinantikörpern auf. Auf Basis der derzeit verfügbaren Daten ist nicht auszuschließen, dass bei einer Langzeitanwendung die Lungen geschädigt werden können. Im Gegenteil: Widersprüchliche Untersuchungsergebnisse und Fachinformationen der europäischen Zulassungsbehörde deuten vielmehr auf ein Gefährdungspotential von Exubera hin. Raucher und Menschen mit Lungenerkrankungen wurden aus bisherigen Studien ausgeschlossen.


  • Mit Exubera lässt sich die Anzahl der täglichen Injektionen reduzieren. Braucht der Patient zusätzlich Basalinsulin, lassen sie sich jedoch nicht vollständig vermeiden. Zudem muss er weiterhin regelmäßig den Blutzucker selbst messen, was ebenfalls mit Einstichen verbunden ist. Aus den Studien ist nicht abzuleiten, dass die neue Applikationsform generell die Therapiezufriedenheit oder die Lebensqualität verbessert.

Die IQWiG-Wissenschaftler sehen ihren Rapid Report nicht als abschließende Bewertung. Sie empfehlen vielmehr, das Präparat weiter zu evaluieren und in einem nächsten Schritt bislang noch unpublizierte Daten aus Studien einzubeziehen, sofern sie der Hersteller bereitstellt.

MEDICA.de; Quelle: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)