„Eine aufsteigende Harnwegsinfektion ließe sich schon im Vorfeld verhindern, wenn Keime, die über die Harnröhre in den Blasenraum gelangt sind, bereits in der Blase effizient bekämpft werden könnten“, erklärt Dr. Mark Freyberg, Geschäftsführer der TemplaTech GmbH, den Ansatz der neuen Therapie. Dabei sollen Silberionen anstelle von Antibiotika eingesetzt werden. Wie schon länger bekannt ist, hemmen Silberionen wichtige Prozesse innerhalb der Bakterienzellen. Damit können die Mikroorganismen sich nicht mehr vermehren und sterben ab. Der Vorteil gegenüber einer herkömmlichen Therapie mit Antibiotika ist, dass sich durch diese Behandlung keine Resistenzen ausbilden.

Um Silberionen gezielt in der Blase freizusetzen, entwickelten die Wissenschaftler das Modell eines temporären Implantats. Dieses Templantat ist zunächst röhrenförmig und kann aufgrund seiner geringen Größe leicht über die Harnröhre in die Blase eingeführt werden. Einmal in der Blase angekommen, entfaltet es sich dann zu seiner endgültigen Form und Größe.

Das Templantat besteht aus einem spezifischen Trägermaterial und sogenanntem Nanosilber: Silberpartikel in der Größe von einem millionstel Millimeter. Das Trägermaterial ist so aufgebaut, dass es sich innerhalb eines bestimmten Zeitraums auflöst. Dies hat den Vorteil, dass das Implantat nicht wieder entfernt werden muss. Während sich das Templantat in der Blase befindet, gibt das Nanosilber kontinuierlich Silberionen ab. Dadurch bleibt ein bakterienfeindliches Milieu über längere Zeit in der Blase bestehen. Harnwegsinfektionen könnten so gar nicht erst entstehen und sogar chronische Entzündungen wären erstmals nachhaltig heilbar.

Das Projekt ist einer der Gewinner des Innovationswettbewerbs zur Förderung der Medizintechnik 2006 und soll vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit bis zu 1,5 Millionen Euro für die Durchführung eines Transferprojekts gefördert werden.