Der Überlebensvorteil drückt sich nicht nur in einer geringeren Gesamt- sondern auch krankheitsspezifischen Mortalität aus. Außerdem treten nach präoperativer Radiotherapie seltener lokale Rezidive auf. Das wurde jetzt auf dem Jahrskongress der "American Society of Colon and Rectal Surgeons" bekannt.

Die Daten beziehen sich auf eine noch laufende schwedische Studie, die "Swedish Rectal Cancer Trial", an der 1.168 Patienten teilnehmen. Zwischen 1987 und 1990 wurden sie randomisiert einer von zwei Gruppen zugewiesen. Sie erhielten entweder eine Woche vor der Operation eine Dosis von 25 (5 x 5) Gy Radiotherapie oder sie wurden ohne vorherige Bestrahlung operiert. Von allen Patienten unterzogen sich 908 Personen einer R0-Resektion und konnten als kurativ behandelt betrachtet werden.

Nach durchschnittlich 13jähriger Nachbeobachtungszeit lag die Gesamt-Überlebensrate nach präoperativer Bestrahlung bei 38 Prozent gegen 30 Prozent in der Vergleichsgruppe ohne Bestrahlung. Auch die krebsspezifischen Überlebensraten waren in der radiotherapeutischen Gruppe signifikant höher als in der Vergleichsgruppe.

Vorteil für die Radiotherapie auch in Bezug auf die Rezidivraten: Während in der radiotherapeutisch behandelten Gruppe nur neun Prozent der Patienten ein solches Rezidiv erlitten, waren es in der Vergleichsgruppe 26 Prozent. Das galt für alle Tumoren im Stadium I bis III, die höchstens zehn Zentimeter vom Darmausgang entfernt lagen. Innerhalb der ersten fünf Jahre nach der Operation kamen Rezidive so gut wie nicht vor.

Leider hat diese Studie nicht untersucht, ob unter der Radiotherapie möglicherweise gehäuft Sekundärtumoren auftraten. Das bedauern auch die Studienautoren. Weitere Untersuchungen sollen nun zeigen, ob es spezielle Patientengruppen gibt, die von einer Radiotherapie besonders stark profitieren.

MEDICA.de; Quelle: American Society of Colon and Rectal Surgeons (ASCRS) 2005 Annual Meeting: Abstract S1