Schweißer, Löter und Batteriearbeiter gehören zu besonders gefährdeten Personen, während ihres Lebens Blei aufzunehmen. Einmal im Gehirn, löst es neurologische Störungen aus.

Wissenschaftler der TU Wien ist es nun dank einer speziellen röntgenanalytischen Methode gelungen, nicht nur die Struktur der Knochen sondern auch die Verteilung wichtiger Elemente wie Calcium, Zink, Strontium oder Blei im Knochen in 3D zu zeigen. Dazu der Projektleiter Peter Wobrauschek: "Die Synchrotron-Strahlung liefert extrem lokale Auflösung plus Tiefeninformation." Mit Hilfe der Mikroanalyse konnte nachgewiesen werden, dass Blei in der äußersten Knochenschicht akkumuliert wird.

Das bedeutet für die Zukunft: Bei den Untersuchungen von Patienten in vivo kann ein Verfahren mit niederenergetischer Strahlung verwendet werden. Die großen Vorteile im Vergleich zu herkömmlichen Methoden, die allesamt mit radioaktiven Quellen arbeiten: das Verfahren ist in der Handhabung einfacher, weil das Gerät nur mehr an die Steckdose angesteckt werden muss. Außerdem ist es wesentlich kleiner und gibt nur Strahlung ab, wenn es in Betrieb ist.

Die Verwendung zweier Röntgenoptiken (Polykapillaroptiken) - eine im Strahlengang des Synchrotrons, die zweite vor dem Röntgendetektor - gewährleistet die Aufnahme des Messsignals aus einem wohldefinierten Volumenelement, dessen Abmessungen im Mikrometerbereich liegen. Wird damit die Elementverteilung in verschiedenen Tiefen der Probe bestimmt und die Schichtinformation anschließend aneinandergereiht, gelingt der Schritt von 2D zu 3D.

Den riesigen Vorteil der konfokalen Methode begründen die Forscher darin, dass man die einzelnen Knochenschichten zusammensetzt und eine Volumeninformation erhält: Aus einer Messung erhalten die Forscher das gewünschte Resultat - und fertig.

MEDICA.de; Quelle: Technische Universität Wien