Wissenschaftlich gesichert ist, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Blutdruck und leichten kognitiven Einschränkungen (Mild Cognitive Impairment: MCI) gibt. Der pathophysiologische Zusammenhang ist jedoch unklar. Verschiedene wissenschaftliche Arbeitsgruppen haben zum Beispiel gemessen, wie stark der präfrontale Kortex, parietale Areale des Gehirns und die Region des Hippocampus aktiviert werden bei Patienten mit hohem Blutdruck. Diese Areale werden mit der Gedächtnisleistung in Verbindung gebracht Ergebnisse zeigen, dass die genannten Areale bei Patienten mit hohem Blutdruck stärker aktiviert sind als bei der Normalbevölkerung.

Nun haben Wissenschaftler der University of Pittsburgh, in Pennsylvania, USA, dieses Phänomen näher untersucht und ihre Ergebnisse auf der „American Heart Association (AHA) 61st Annual Fall Conference of the Council for High Blood Pressure Research“ vorgestellt.

28 Probanden nahmen an dieser Studie teil. Aller litten an hohem Blutdruck, waren aber bislang nicht medikamentös behandelt worden. Randomisiert erhielten sie entweder Lisinopril oder Atenolol ein Jahr lang. Außerdem unterzogen sich die Probanden umfangreichen psychologischen und physiologischen Tests, bei denen unter anderem ihre Gedächtnisleistung geprüft wurde. Zudem absolvierten sie magnetresonanztomographische und positronenemissionstomographische Untersuchungen.

Wie sich zeigte, besserte sich die Gedächtnisleistung der Probanden unter der Medikation. Allerdings sind sich die Wissenschaftler noch nicht einig darüber, welche physiologischen Veränderungen ein Gehirn unter hohem Blutdruck durch macht. Möglicherweise adaptiert das Gehirn in gewisser Weise, wenn der Blutdruck steigt. Außerdem wollen die Wissenschaftler noch klären, ob unterschiedliche Medikamente unterschiedliche Wirkungen auf die Gedächtnisleistung haben.

MEDICA.de; Quelle: American Heart Association (AHA) Council for High Blood Pressure Research 61st Annual Fall Conference of the Council for High Blood Pressure Research; Abstract P1