Die Präeklampsie ist eine von vielen Komplikationen, die während einer Schwangerschaft auftreten können. Sie hat potentiell schwere Folgen für Mutter und Kind. Zwischen zwei und sieben Prozent aller Frauen in einer ersten Schwangerschaft erkranken an einer Präeklampsie.

Aus Untersuchungen weiß man, dass jene Frauen, die während einer Schwangerschaft an einer Präeklampsie erkranken, bereits im ersten und zweiten Trimenon, häufig sogar schon vor der Schwangerschaft, durchschnittlich höhere Blutdruckwerte haben als Frauen, die nicht erkranken. Auch aus diesem Grund wird bei schwangeren Frauen regelmäßig der Blutdruck gemessen. Umstritten ist jedoch, wie hoch der Aussagewert der regelmäßigen Blutdruckmessung für die Wahrscheinlichkeit einer Präeklampsie ist.

In einer Studie wurde nun untersucht, welchen prospektiven Wert der Blutdruckwert tatsächlich für die Vorhersage einer Präeklampsie hat.

Wissenschaftler durchsuchten die einschlägigen medizinischen Datenbanken und fanden 34 Studien zu dieser Frage, an der insgesamt 60.599 Frauen teilgenommen hatten. Bei 3.341 dieser Frauen war es dann tatsächlich auch zu einer Präeklampsie gekommen.

Bei der Analyse zeigte sich, dass jene Frauen, die im zweiten Trimenon einen durchschnittlichen arteriellen Blutdruckwert von 90 mmHg oder mehr haben, eine 3,5-fach höhere Wahrscheinlichkeit aufweisen, später an einer Präeklampsie zu erkranken. Lag der diastolische Blutdruckwert in der 13. bis 20. Gestationswoche bei mindestens 75 mmHg, dann stieg das Präeklampsierisiko um das 2,8-fache.

Da die Präeklampsie Mutter wie auch Ungeborenem schweren Schaden zufügen kann, muss die Frage, welche Frauen besonders gefährdet sind, weiter untersucht werden, schreiben die Studienautoren.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2008, Vol. 336, S. 1117-1120