Brustkrebs-Patientinnen im Fokus

Foto: Patientin und Ärztin im Gespräch

Die betroffenen Frauen fordern stär-
kere Patientenorientierung und
–beteiligung; © panthermedia.net/
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„Ökonomische Zwänge und immer kürzere stationäre Liegezeiten dürfen die Situation brustkrebskranker Frauen nicht verschlechtern“, fordert Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, anlässlich des Welt-Frauentages. „Frauen berichten uns immer wieder, dass sie sich kurz nach der Operation mit ihren Sorgen und Fragen zur Therapie allein gelassen fühlen“, ergänzt Karin Meißler, stellvertretende Bundesvorsitzende der FSH.

Die Diagnose Brustkrebs trifft etwa jede zehnte Frau in Deutschland. Für die Betroffenen meist ein großer Schock, der Ängste verursacht. In den vergangenen Jahren hat sich die Situation der Betroffenen jedoch erheblich verbessert: Brustkrebs ist heute in Deutschland kein Tabu mehr, acht von zehn Patientinnen können inzwischen geheilt werden und auch die Lebensqualität ist gestiegen. „90 Prozent der Betroffenen werden in qualifizierten Brustzentren behandelt“, so Professor Diethelm Wallwiener, Präsident der DGS.

Das Niveau der medizinischen Versorgung im stationären und ambulanten Bereich ist hoch: „Eine enge und gut organisierte Zusammenarbeit der behandelnden Ärzte in den Bereichen Diagnostik, Therapie und Nachsorge gewährleistet eine bestmögliche Versorgung der betroffenen Frauen. Hierzu gehört beispielsweise aber auch eine adäquate Arzt-Patienten-Kommunikation, die im Versorgungsprozess aus Kostengründen nicht auf der Strecke bleiben darf“, so Nettekoven.

Meißler betont: „Kürzer werdende Liegezeiten in Krankenhäusern, im Extremfall nur noch 24 Stunden nach der Operation, sind auch nach Expertenmeinung nicht vertretbar, da der Eingriff mit erheblichen Risiken und Belastungen behaftet ist. Außerdem wird die individuelle Betreuung der Patientinnen erschwert. In dieser kurzen Zeit kann selbst bei gutem Willen keine psychoonkologische Betreuung mehr angeboten werden.“ Gleiches gilt auch für die Einbindung von Selbsthilfegruppen in die Versorgungsprozesse. Unzulänglich sei vielfach auch die Aufklärung der Frauen, etwa über Möglichkeiten des Wiederaufbaus der Brust, über Nebenwirkungen der Therapie oder über Art, Umfang und Zeitpunkt der Nachsorgemaßnahmen. Diese mangelnde Patientenorientierung und -beteiligung sei ein großes Problem.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Krebshilfe e. V.