Der Frage, ob es einen Zusammenhang zwischen Lungenerkrankungen und Diabetes mellitus vom Typ 1 gibt, gingen russische Wissenschaftler nach. Die Ergebnisse ihrer Untersuchung haben sie jetzt auf dem Internistenkongress in Wiesbaden vorgestellt.

Durch eine randomisierte Auswahl bildeten sie zwei Kohorten von Patienten. Die erste umfasste 431 Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen: 192 Patienten mit COPD, die entweder selbstständig verlief (bei 119 Patienten) oder in Kombination mit Asthma bronchiale (BA; bei 73 Patienten), 15 Patienten mit chronischer nicht obstuktiver Bronchitis (CNOB), 224 Patienten mit BA, die entweder selbstständig (bei 167), oder in Kombination mit COPD (bei 57) verlief. Die zweite Kohorte umfasste 300 Diabetes mellitus (DM) Typ 1-Patienten und 200 Diabetes mellitus Typ 2-Patienten. Die Prävalenz dieser Erkrankungen wurde mittels Umfrage und Untersuchung der Krankheitsgeschichten in jeder Kohorte kreuzweise bewertet.

In der ersten Kohorte hatten 9,15 Prozent DM 2 und nur 0,47 Prozent DM 1. Im Unterschied zu DM 1 war die Häufigkeit von DM 2 in dieser Kohorte bei COPD (9,24 Prozent) mehr als 2,5 mal höher im Vergleich zu BA (3.59 Prozent; p kleiner 0,05) und überschritt die Populationswerte (p kleiner 0,05). DM 2 kam häufiger bei Verbindung von COPD und BA (16,92 Prozent) vor als nur mit COPD (p größer 0,05) oder nur mit BA (p kleiner 0,05). Bei CNOB konnte kein Diabetes festgestellt werden.

In der zweiten Kohorte sah man eine geringere Prävalenz von Lungenerkrankrungen. Bei DM 2 gab es diese bei 2,6 Prozent der Patienten, darunter fielen jeweils 1,04 Prozent auf COPD und BA (p kleiner 0,5) und 0,52 Prozent auf CNOB. Bei DM 1 waren diese Werte noch niedriger – ein Prozent, darunter litten 0,67 Prozent an COPD und 0,33 Prozent an BA (p kleiner 0,001).

MEDICA.de; Quelle: 114. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) Poster Discussion