Frühere Studien haben gezeigt, dass das abrupte Absetzen von Statinen die LDL-Cholesterinwerte deutlich ansteigen lässt. Dadurch steigt das kardiovaskuläre Risiko. Ob das Absetzen auch Auswirkungen auf den CRP-Spiegel hat, war bislang aber noch kaum untersucht worden.

Dieser Frage haben sich nun niederländische Wissenschaftler gestellt und das Ergebnis ihrer Untersuchung kürzlich auf dem Jahreskongress des "American College of Cardiology (ACC)" vorgestellt. Sie analysierten Daten aus der kontrollierten "Prevention of Renal and Vascular End-stage Disease Intervention Trial (PREVEND-IT)"-Studie, an der 566 Patienten teilgenommen hatten. Die Hälfte von ihnen war mit 40 mg Pravastatin behandelt worden.

Vor Beginn der Studie lag der durchschnittliche LDL-Cholesterinspiegel bei 154 mg/dL (266 Teilnehmer unter Placebo) beziehungsweise 159 mg/dL (300 Patienten unter Pravastatin). Während des vierjährigen Follow-Up stieg der CRP-Spiegel in der Placebo-Gruppe nicht-signifikant um 4,3 Prozent an. Unter dem Wirkstoff sank er signifikant um 16 Prozent (p gleich 0.002). Die Werte für das LDL-Cholesterin: unverändert unter Placebo beziehungsweise um 27 Prozent verringert unter Pravastatin (p gleich 0.001).

Als die Patienten in der Pravastatin-Gruppe ihre Medikamente absetzten, näherten sich sowohl die LDL- als auch CRP-Werte allmählich wieder dem Ausgangswert an. Nach drei Monaten lag der durchschnittliche CRP-Wert bei 1,4 mg/dL beziehungsweise 153 mg/dL beim LDL-Cholesterin (p kleiner 0.001). Nachdem man mögliche störende Faktoren wie Alter und Geschlecht herausgerechnet hatte, zeigte sich, dass die Veränderungen der CRP-Werte unabhängig von den Veränderungen der LDL-Cholesterinwerte waren. Dies beweist nach Ansicht der Studienleiter einmal mehr, wie wichtig die Compliance der Patienten ist.

MEDICA.de; Quelle: American College of Cardiology 55th Annual Scientific Session Abstract 1003-185