CT-Screening kann Leben retten

Lungenkrebs erkennen so lange
er noch klein ist; © NCI Visuals Online

Bis zu 95 Prozent aller Patienten mit Lungenkarzinom in den USA versterben daran. Nur Tumoren im Stadium I sind einer kurativen chirurgischen Therapie zugänglich. Immerhin 70 Prozent der Patienten überleben fünf Jahre. Im Stadium IV des Lungenkarzinoms sind es nur fünf Prozent aller Betroffenen. Fachgesellschaften in den USA sind zu keinem schlüssigen Ergebnis gekommen, ob das Lungenkarzinom-Screening von Risikopersonen empfohlen werden soll oder nicht.

In einer Studie wurde dies nun näher untersucht. Alle 31.567 Probanden waren über 40 Jahre alt und hatten keinerlei Beschwerden, aber ein erhöhtes Risiko für Lungenkarzinome. Entweder die Probanden rauchten beziehungsweise hatten geraucht oder waren Passivraucher. Auch Personen, die bei der Arbeit karzinogenen Substanzen wie Asbest oder Beryllium ausgesetzt waren, nahmen an der Studie teil.

Alle Probanden erhielten zu Beginn der Studie eine Lungen-Computertomographie (CT). Blieb die Untersuchung negativ, wurde das Lungen-CT jährlich wiederholt. Während des durchschnittlichen Nachbeobachtungszeitraums von 40 Monaten wurde durch das Basis-CT bei 405 Patienten ein Lungenkarzinom gefunden, weitere 74 Lungenkarzinome konnten durch die folgenden jährlichen Untersuchungen diagnostiziert werden.

85 Prozent der Patienten waren zum Zeitpunkt der Diagnose im Stadium I. Ihre Fünf-Jahres-Überlebenswahrscheinlichkeit betrug 88 Prozent. Wurden die Tumoren innerhalb eines Monats reseziert, dann stieg die Überlebenswahrscheinlichkeit auf 92 Prozent.

Natürlich stellt sich die Frage nach der Kosten-Nutzen-Relation. Die ist günstig, behaupten die Studienautoren zumindest für die USA. Dort seien die Kosten für das Lungenkarzinomscreening vergleichbar mit jenen für ein Mammographieprogramm.

MEDICA.de; Quelle: New England Journal of Medicine 2006, Vol. 355, S. 1763-1771