Bei Patienten mit tumorbedingten oder neuromuskulären Schluckstörungen ist eine längerfristige enterale Sondenernährung angezeigt. Methode der Wahl ist die endoskopisch (PEG) und radiologisch assistierte (PRG) perkutane Gastrostomie.

Hochgradige mit dem Endoskop nicht passierbare Stenosen der oberen Atem- und Speisewege sowie eine fehlende Diaphanoskopie können eine PEG-Anlage jedoch technisch verhindern. Die CT-gesteuerte perkutane Gastrostomie (PG) stellt hier ein Alternativverfahren dar. Sie wurde nun in einer Untersuchung näher evaluiert.

Insgesamt 83 Patienten wurden zu einer CT-gesteuerten perkutanen Gastrostomie-(PG-)-Erstanlage vorgestellt und die Patientendaten retrospektiv analysiert. Die CT-gesteuerte PG-Anlage gelang bei 95,2 Prozent der Patienten im Erstversuch. In den ersten drei Tagen fanden sich bei vier von 79 Patienten (5,1 Prozent) mit vier Dislokationen der PG-Sonde und einer anlagebedingten Peritonitis insgesamt fünf schwerwiegende Frühkomplikationen.

Zu leichten Frühkomplikationen, vorwiegend Hautirritationen und vorübergehende Bauchschmerzen, kam es in 39,2 Prozent der Fälle. Nach dem dritten Tag nach PG-Anlage wurden in 5,1 Prozent der Fälle schwerwiegende Komplikationen dokumentiert, so dass die Gesamtrate für schwerwiegende Komplikationen 8,7 Prozent betrug. Ein Patient verstarb infolge anlagebedingter Komplikationen.

Transfusionsbedürftige Blutungen oder eine Perforation nach Gastrostoma-Erstanlage wurden nicht beobachtet. Leichte Komplikationen bestanden nach dem dritten Tag bei 29,1 Prozent der Patienten.

Die Studienleiter fordern nun eine einheitliche Einteilung der Komplikationen als wichtige Grundlage für die Qualitätskontrolle und die Patientenaufklärung.

MEDICA.de; Quelle: RöFo 2007; Vol. 179, S. 387-395