Bei Patienten mit chronischen Koronarverschlüssen (CTO) hängt das weitere therapeutische Vorgehen auch davon ab, ob sich koronare Kollateralgefäße nachweisen lassen. Die invasive Koronarangiographie (ICA) ist zur Zeit der Goldstandard zum Nachweis von koronaren Kollateralgefäßen. Das Ausmaß der Kollateralisation wird dabei semiquantitativ anhand der Rentrop Klassifikation graduiert. Mit der modernen Mehrschicht-Computertomographie (CTA) ist es heute möglich, auch kleinere Gefäße exakt darzustellen. Ziel einer Studie war nun, die Sensitivität und Spezifität der CTA zur Erkennung und Graduierung der koronaren Kollateralisation zu untersuchen.

Insgesamt wurden 26 Patienten mit bekannten CTO retrospektiv untersucht. Alle hatten sowohl eine CTA als auch eine ICA erhalten. Bei der CTA setzte man dabei einen modernen 64-Zeilen Computertomographen ein. Das Vorhandensein und das Ausmaß einer Kollateralisation wurde dabei von zwei geblindeten Untersuchern ohne Kenntnis des ICA Ergebnisses unabhängig voneinander beurteilt.

Die CTA konnte alle 26 CTO korrekt identifizieren. In 21 von 23 Fällen gelang der Nachweis einer Kollateralisation. Dies entspricht einer Sensitivität von 91 Prozent. Der Ausschluss gelang in drei Fällen (Spezifität 100 Prozent). Die Fähigkeit zur Erkennung von einzelnen Kollateralgefäßen war abhängig vom Rentrop Grad und war tendenziell niedriger für Grad eins und zwei (13 von 22; Sensitivität: 59 Prozent) als für Rentrop Grad drei (9 von 13; Sensitivität: 69 Prozent). Die Übereinstimmung zwischen CTA und ICA Scores war nur moderat (17 von 26; 65 Prozent; p kleiner 0.001).

Während also die koronare CTA bei Patienten mit Koronarverschlüssen Kollateralgefäße mit hoher Genauigkeit erfassen kann, erscheint die genaue Graduierung der Kollateralisation derzeit noch schwierig.

MEDICA.de; Quelle: 114. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) Poster Discussion