Seit Computertomographie (CT) nahezu überall erreichbar sei, werde bei viel zu vielen Krankheitsbildern tomographiert, sagte Dr. Herbert Chen von der University of Wisconsin at Madison in den USA auf dem diesjährigen Gastroenterologen-Kongress „Digestive Disease Week“.

Chen und seine Kollegen haben retrospektiv die Daten von 410 Erwachsenen analysiert, die sich über einen Zeitraum von drei Jahren an ihrem Krankenhaus einer Appendektomie unterzogen hatten. Bei 62 Prozent dieser Patienten wurde vor der Operation eine Computertomographie unternommen, 38 Prozent der Patienten blieben ohne CT und wanderten sofort auf den Operationstisch.

Die Blutwerte in beiden Gruppen waren annähernd gleich. Großer Unterschied aber in der Wartezeit bis zur Operation: Jene, die erst mittels CT untersucht wurden, kamen im Durchschnitt drei Stunden später unter das Messer als jene Erkrankte, die nicht tomographiert wurden. Die durchschnittlichen Wartezeiten: fünf Stunden ohne CT, acht Stunden mit.

Deutlicher Unterschied dann auch bei den Komplikationen: Bei jenen Patienten, die zuvor in das CT Gerät kamen, sah man in 17 Prozent der Fälle eine Perforation. Die schnellere Operation dagegen führte nur zu acht Prozent Perforationen. Als einfachste Erklärung dafür verweisen die Studienautoren auf die unterschiedlich langen Wartezeiten.

Selbst bei schneller Diagnose und unverzüglicher Operation kommt es noch in zahlreichen Fällen zu Komplikationen. Es ist daher nach Ansicht der Studienautoren kaum zu rechtfertigen, auch noch dadurch wertvolle Zeit zu verlieren, dass man die Patienten tomographiert, um Gewissheit über die Diagnose zu erhalten. Weisen alle Symptome in Richtung einer Appendizitis, sollte der Patienten sofort operiert werden, sagen die Autoren.

MEDICA.de; Quelle: Digestive Disease Week (DDW) 2007