Checkliste für erfolgreiche Behandlung

Doktor Bernhard Bührlen vom Fraunhofer- Institut für System- und Innovationsforschung ISI berichtet, dass Forscher immer wieder ohne Rücksprache mit Ärzten und Patientenvertretern Neues entwickeln, das nicht in die medizinische Routine oder den Alltag passt. Beispielsweise wurde Ende 2007 ein inhalierbares Insulin nicht einmal zwei Jahre nach der Einführung wieder vom Markt genommen: Ärzte waren von der Wirksamkeit nicht überzeugt, Patienten fanden den Inhalator zu unhandlich.

Von der Idee bis zur Marktreife gehen bei einer neuen und letztlich erfolglosen Behandlungsmethode wie dieser zwischen 800 Millionen und einer Milliarde Euro verloren, so Bührlen. Geld von Firmen und Steuerzahlern, das genutzt werden könnte, um stattdessen erfolgreiche Methoden schneller zu etablieren.

Hier setzt das Projekt Inno-HTA (HTA steht für "Health Technology Assessment") an: "Das Fraunhofer ISI trägt dazu bei, dass vielversprechende Techniken frühzeitig erkannt werden", sagt Bührlen. Derzeit gebe es vor allem im Frühstadium oft keine ausreichende Wissensbasis, um eine Entscheidung zu treffen.

Die Checkliste soll helfen, solche Entscheidungen früh zu treffen. Wichtige Indikatoren für den Nutzen einer neuen Behandlungsmethode sind die Lebenserwartung mit und ohne Behandlung, das Risiko von Fehlern und deren Folgen, die Kosten pro Patient und Jahr, die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Kosten der Einführung und die Zeit, bis sich diese rentieren, die Notwendigkeit und Akzeptanz von Tierversuchen sowie nicht zuletzt der Unterschied zu aktuellen Geräten und Medikamenten.

MEDICA.de; Quelle: Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)