Chemotherapie nach OP verbessert Prognose

Foto: Bauchspeicheldrüse

Patienten mit „peri-ampullärem“ Krebs
nahe der Bauchspeicheldrüse profitieren
von zusätzlicher Behandlung; © Univer-
sitätsklinikum Heidelberg

Das peri-ampulläre Karzinom geht vom Endabschnitt des Gallengangs aus, der sich kurz vor seiner Einmündung in den Zwölffingerdarm (Duodenum) mit dem Pankreasgang vereinigt, bevor er im Duodenum in der sogenannten Ampulle endet (s. Grafik). „Mit der Studie ist erstmals wissenschaftlich belegt worden, dass auch bei dieser Tumorerkrankung die Chemotherapie dem Patienten zusätzliche Lebenszeit bringen kann", erklärt Professor Markus W. Büchler".

Das peri-ampulläre Karzinom hat eine bessere Prognose als die bösartigen Tumoren der Bauchspeicheldrüse, da es bei 80 Prozent der Patienten entfernt werden kann; bei etwa 30 Prozent finden sich Absiedlungen in Lymphknoten oder anderen Organen. Nach fünf Jahren leben im Durchschnitt noch ca. 40 Prozent der Patienten, während es beim Pankreaskarzinom nur etwa 20 Prozent sind.

Um den Nutzen einer zusätzlichen Chemotherapie wissenschaftlich zu klären, wurden die Patienten nach der Operation mit den Medikamenten Fluoruracil und Gemcitabin behandelt oder beobachtet. In der Beobachtungsgruppe überlebten die Patienten durchschnittlich 35,2 Monate, während die Chemotherapie-Gruppe eine durchschnittliche Überlebenszeit von 43,1 Monaten aufwies.

Statistisch signifikant waren die Ergebnisse allerdings nur, nachdem Faktoren, die für die Prognose des peri-ampullären Karzinoms ausschlaggebend sind wie Alter, Bösartigkeit des Tumors oder Nebenwirkungen der Chemotherapie berücksichtigt wurden. Die Autoren der Studie weisen darauf hin, dass eine Verbesserung der Chemotherapie das Ziel weiterer Studien sein müsse.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg