Bei etwa der Hälfte aller Fälle von Kolonkarzinomen kommt es zu Metastasen in der Leber. Diese werden meist chirurgisch behandelt. Wenn eine solche Operation möglich ist, erhöht sich die Fünf-Jahres-Überlebensrate auf 35 Prozent. Allerdings kommt es in 75 Prozent der Fälle selbst bei erfolgreicher Resektion zu einem Rezidiv.

Man hat daher versucht, das Ergebnis durch perioperative Chemotherapie zu verbessern. Allerdings waren die bisherigen Studien zu diesem Thema oft unterdimensioniert, so dass keine abschließenden Aussagen gemacht werden konnten. In einer größeren Studie haben Wissenschaftler nun den Nutzen einer Chemotherapie vor und nach der Resektion von Lebermetastasen untersucht.

364 Patienten nahmen an dieser Studie teil. Alle litten an einem Kolonkarzinom und hatten bis zu vier Lebermetastasen. Randomisiert erhielten sie sechs Zyklen der Chemotherapiekombination Oxaliplatin/5-Fluorouracil/Folsäure vor der Operation und weitere sechs Zyklen danach oder sie wurden nur operiert ohne Chemotherapie.

Der durchschnittliche Nachbeobachtungszeitraum lag bei 3,9 Jahren. Während dieser Zeit starben 139 Patienten: 64 in der Gruppe mit perioperativer Chemotherapie und 75 in der Gruppe derer, die nur operiert worden waren.

Beim Vergleich der beiden Gruppen schnitt die perioperative Chemotherapie deutlich besser ab: Drei Jahre nach der Operation waren 35,4 Prozent der Patienten in der perioperativen Gruppe frei von Rezidiven. In der chirurgischen Gruppe dagegen waren es nur 28,1 Prozent der Patienten. Durchschnittlich 18,7 Monate konnten sich die Patienten unter der Chemotherapie einer progressionsfreien Phase erfreuen. In der Vergleichsgruppe waren dies nur durchschnittlich 11,7 Monate.

Unter der Chemotherapie kam es zwar häufiger zu Nebenwirkungen als unter der alleinigen chirurgischen Therapie. Allerdings waren diese Beschwerden meist schnell reversibel.

MEDICA.de; Quelle: Lancet 2008, Vol. 371, S. 1007-1016