Bei der Neuabgrenzung von Kompetenzen ist für den Patienten Facharztstandard in allen Behandlungsphasen sicherzustellen. Nicht delegierbar sind Verrichtungen, die wegen ihrer Schwierigkeit, ihrer Gefährlichkeit oder wegen der Unvorhersehbarkeit etwaiger Reaktionen ärztliches Fachwissen voraussetzen, betont die DGCH.

Bedingt durch den enormen Fortschritt in der Chirurgie ist die operative Versorgung von Patienten im Krankenhaus heutzutage eine hochkomplexe Angelegenheit. Sie erfordert bei zunehmender Spezialisierung und Aufgabenteilung von Ärzten und Assistenzpersonal vor allem gute Teamarbeit. Entsprechende Teamkonzepte sind von einzelnen chirurgischen Fachbereichen bereits entwickelt und in einigen Kliniken erfolgreich umgesetzt worden.

Für die Herzchirurgie etwa sind Tätigkeiten definiert, die nicht zwingend dem Arzt vorbehalten sein müssen. Chirurgisch-technische Assistenten koordinieren beispielsweise den zeitlichen Ablauf einer Operation. Sie desinfizieren und lagern den Patienten, entnehmen Venen für Bypassoperationen und führen den Wundverschluss und -verband aus. Auch die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie (DGG) hat bereits ein strukturiertes Konzept für die Ausbildung von "Gefäßassistenten" entwickelt, in dem die übertragbaren ärztlichen Tätigkeiten klar definiert sind.

"Der Chirurg ist ein Team- Player. Entscheidend ist, dass unter seiner Führung die verschiedenen Kompetenzen in einem Team koordiniert werden", sagt Hartwig Bauer, Generalsekretär der DGCH. Je besser das medizinische Fachpersonal im Team dabei mitarbeitet, umso erfolgreicher ist die Behandlung. "Ziel ist es, den Chirurgen zu unterstützen und nicht zu ersetzen", erläutert Bauer.

MEDICA.de; Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften