Chirurgen plädieren für "Mindestmengen"

Übung macht den Meister - auch
im Operieren
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Zentren, die jedes Jahr eine hohe Zahl von schwierigen Eingriffen an der Bauchspeicheldrüse oder der Speiseröhre ausführen, bieten ihren Patienten mehr Sicherheit und höhere Erfolgsquoten, so die Mediziner.

In Deutschland wurden 2004 die ersten fünf Eingriffe festgelegt, bei denen eine Mindestzahl pro Jahr festgeschrieben ist: Transplantation von Leber und Niere, komplexe Eingriffe an Speiseröhre und Bauchspeicheldrüse sowie die Transplantation von Stammzellen bei Blutkrebs.

Weitere Vorgaben für schwierige Eingriffe, etwa bei der Tumorchirurgie, seien nötig. In den USA und Großbritannien ist die Konzentrierung schwieriger Operationen auf spezialisierte Zentren bereits seit Jahren Realität.

Zwei weitere sollen noch in diesem Jahr folgen: Operationen an den Herzkranzgefäßen und der künstliche Knieersatz. Kliniken, die die geforderten Mindestanforderungen unterschreiten, können im Folgejahr nicht mehr mit einer Finanzierung dieser Operationen durch die gesetzlichen Krankenkassen rechnen.

Die Chirurgen schätzen, dass dies in Zukunft rund 20 Prozent aller Operationen in Deutschland betreffen könnte. Unkomplizierte Eingriffe wie Gallen- oder Leistenbruchoperationen bleiben von der Regelung verschont.

Entscheidend - wie bei allen schwierigen Eingriffen - seien nicht allein Geschick und Erfahrung des Chirurgen, sondern des gesamten behandelnden Teams inklusive Anästhesie und Pflegepersonal.

Auch die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie und der Berufsverband der Deutschen Chirurgen unterstützen die Mindestmengen als Initiative zu mehr Qualität.

"Wir müssen allerdings anstreben, dass die regionale Versorgung sichergestellt und die Mindestmengen-Vorschrift wissenschaftlich untermauert ist", erklärten ihre Vertreter, Professor Dr. Hartwig Bauer, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie, und Professor Dr. Michael Polonius, Präsident des Bundesverbandes.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg