Cholesterinsenker auch gut bei Bluthochdruck

Bei Bluthochdruck können Statine
die Gefäßfunktion verbessern
© Hemera

Medikamente aus der Klasse der HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren (Statine) bewirken bei Patienten mit Fettstoffwechselstörungen eine Senkung des Cholesterinspiegels und haben bei diesen Patienten auch einen positiven Einfluss auf die Gefäßinnenwände.

Dr. med. Sven Waßmann vom Universitätsklinikum des Saarlandes hat untersucht, ob Statine auch einen Einfluss auf die endotheliale Dysfunktion bei Patienten mit Bluthochdruck aber ohne Fettstoffwechselstörung haben.

In Zellkulturversuchen hat Waßmann mit Hilfe molekularbiologischer Methoden nachgewiesen, dass Statine den oxidativem Stress vermindern und eine verstärkte Freisetzung von gefäßschützendem Stickstoffmonoxid (NO) in der Gefäßwand bewirken. Mechanistisch gesehen liegen dieser Wirkung direkte, von der Cholesterinsenkung unabhängige Effekte zugrunde, die Enzymsysteme der Gefäßwand (NADPH-Oxidase, endotheliale NO-Synthase, Catalase, AT1-Rezeptor) positiv beeinflussen, so der Forscher.

In zwei klinischen Therapiestudien bei Patienten mit endothelialer Dysfunktion aufgrund Bluthochdruck, aber ohne Fettstoffwechselstörung, hat Waßmann gezeigt, dass Statine auch beim Menschen zu einer Verbesserung der Gefäßfunktion von Arterien und Herzkranzgefäßen sowie zu einer Verminderung von oxidativem Stress und Entzündungsmarkern im Blut führt. Der Therapieeffekt war bereits nach 24 Stunden nachweisbar, ohne dass zu diesem Zeitpunkt eine messbare Cholesterinsenkung vorlag.

"Da die Bluthochdruck-induzierte endotheliale Dysfunktion auch ohne manifeste Gefäßverengungen bereits mit einer schlechten Prognose einher geht, könnte eine günstige Beeinflussung dieses Krankheitsbildes durch Statine bei Patienten mit Bluthochdruck zu neuen Indikationen für die Anwendung dieser Substanzen unabhängig von einer zusätzlichen Fettstoffwechselstörung führen", beschreibt Dr. Waßmann die Bedeutung seiner Forschungsergebnisse.

MEDICA.de; Quelle: Universität des Saarlandes