Seit Cholinesterasehemmer als Wirkstoffe gegen die Alzheimer-Demenz eingeführt wurden, wird eine Debatte um deren Effektivität geführt. Neue Daten zu dieser Debatte bringt jetzt eine Studie, die auf der "10th International Conference on Alzheimer's Disease and Related Disorders (ICAD 2006)" in Madrid, Spanien, vorgestellt wurde.

In dieser Studie wurden alle randomisierten Untersuchungen zu den Wirkstoffen Donepezil, Galantamin und Rivastigmin bei milder bis mittel schwerer Demenz vom Alzheimer-Typ im Rahmen einer Meta-Analyse untersucht. Zehn Studien mit insgesamt rund 7.300 Teilnehmern entsprachen den Kriterien. Sie ergaben, dass diese drei Wirkstoffe über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten hinweg verabreicht die kognitive Funktion signifikant stärker verbessern als Placebo. Auch die Aktivitäten des täglichen Lebens und das Verhalten besserte sich deutlich. Der klinische Allgemeinzustand wurde von den behandelnden Ärzten bei jenen Patienten, die mit Cholinesterasehemmern behandelt wurden, deutlich besser eingeschätzt.

Unter Cholinesterasehemmern brachen 29 Prozent der Teilnehmer die Studien vorzeitig aber, dagegen nur 18 Prozent der Teilnehmer unter Placebo. Außerdem waren unter dem Verum die unerwünschten Wirkungen deutlich stärker als unter Placebo. So traten etwa Übelkeit und Diarrhoen auf.

Nach Ansicht der Studienleiter sind die signifikanten Erfolge der genannten Cholinesterasehemmer bei leichter bis mittel schwerer Alzheimer-Demenz gegen die möglichen höheren Nebenwirkungen abzuwägen. Die Vorteile überwiegen nach deren Ansicht jedoch die Nachteile, so dass sie die Einnahme dieser Substanzen empfehlen. Alle drei Wirkstoffe sind nach Ansicht der Studienleiter einander gleichwertig.

MEDICA.de; Quelle: 10th International Conference on Alzheimer's Disease and Related Disorders (ICAD 2006) abstract O4-03-03