Clopidogrel weist keinen generellen Zusatznutzen auf

Sollen Folgekrankheiten vermeiden
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Zu diesem Ergebnis kommt das Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in seinem Abschlussbericht. Beide Präparate werden bei Patienten mit Gefäßerkrankungen zur Vermeidung von Folgekrankheiten eingesetzt. Bei der Langzeitbehandlung von Patienten mit fortgeschrittener peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK) hingegen konnte das Institut bei Clopidogrel einen nachweislichen Vorteile gegenüber ASS erkennen. Die derzeit verfügbaren Studien liefern laut dem IQWiG aber keine Erkenntnis, ob Clopidogrel besser als ASS die Lebensqualität oder die Behandlungs- und Therapiezufriedenheit steigern kann.

Die Langzeittherapie mit Clopidogrel (Monotherapie) hat im Vergleich zu einer Behandlung mit ASS bei Patienten mit symptomatischer peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK) einen Zusatznutzen. Die Literaturanalyse zeigt, dass das Risiko für vaskuläre/thromboembolische Ereignisse wie etwa Gefäßverschluss mit anschließendem Herzinfarkt oder Schlaganfall bei dieser Patientengruppe statistisch signifikant sinkt. Für die Reduktion der Gesamtsterblichkeit konnte indes kein Nachweis gefunden werden.

Für Patienten im Frühstadium einer pAVK fanden sich keine Belege für eine Überlegenheit von Clopidogrel. Unklar bleibt, ob sich für die Gruppe der Patienten mit Erkrankungen der Herzkranzgefäße (KHK) bzw. Gefäßerkrankungen des Gehirns (ZVK) (ohne gleichzeitige pAVK) positive oder gar nachteilige Effekte durch Clopidogrel im Vergleich zu ASS ergeben. In diesem Zusammenhang beanstanden die Kölner Wissenschaftler, dass wesentliche Ergebnisse einer bereits abgeschlossenen Studie mit KHK-Patienten bisher nicht vollständig publiziert wurden und dadurch eventuell eine suboptimale Versorgung der Patienten in Kauf genommen werden muss.

MEDICA.de; Quelle: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen