Coenzym Q10 in der Salbe soll gut sein für die Haut. Dieses Coenzym greift in den Energie-Metabolismus des Körpers ein und verbessert ihn. Man weiß, dass auch Riboflavin den Energiemetabolismus verbessert, ähnlich dem Coenzym Q10. Riboflavin kann bei der Prophylaxe von Migräneanfällen eine wichtige Rolle spielen. Es lag also nahe, auch den Einsatz von Coenzym Q10 bei der Migräne zu prüfen.

Das haben nun Dr. Peter S. Sandor vom Universitätskrankenhaus Zürich in der Schweiz und seine Kollegen getan. In einer doppelblinden, randomisierten und placebo-kontrollierten Studie testeten sie Coenzym Q10 bei 42 Migränepatienten im Alter zwischen 18 und 65 Jahre. Zunächst wurden die Patienten in einer einmonatigen Run-In-Phase mit Placebo behandelt, danach randomisiert drei Mal täglich mit 100 mg Coenzym Q10 oder Placebo. Man bat die Studienteilnehmer, Tagebuch über ihre Migräneanfälle zu führen.

Im vierten Monat nach Studienbeginn hatten sich die Migräneanfälle bei den Patienten unter Coenzym Q10 deutlich reduziert im Vergleich zur Run-In-Phase. Jedenfalls signifikant stärker als in der Placebo-Gruppe (p gleich 0.05). Außerdem waren die Migräneattacken nach Einnahme des Coenzyms im vierten Monat deutlich kürzer als zuvor (p gleich 0.04). Signifikante Unterschiede zwischen der Coenzym Q10- und der Placebogruppe zeigten sich in Bezug auf die Tage pro Monat mit starker Migräne-Übelkeit. Außerdem waren die Attacken unter dem Verum weniger heftig als unter Placebo.

Die "number-needed-to-treat", um eine 50-prozentige Responderrate zu ereichen, liegt bei drei Patienten.

In der Coenzym Q10-Gruppe brach ein Patient die Behandlung wegen einer Hautallergie ab. Dies sei unter dem Strich ein sehr gutes Ergebnis, schreiben die Studienleiter. Coenzym Q10 sollte nach ihrer Ansicht erste Wahl bei Schwangeren und Kindern mit Migräne sein.

MEDICA.de; Quelle: Neurology 2005, Vol. 64, S. 713-715