Computer zeigt OP-Instrumenten die Grenzen auf

PC-Planungsprogramm für eine
Nasennebenhöhlen-OP
© Uni Leipzig

Das Innovationszentrum für Computergestützte Chirurgie (ICCAS) an der Universität Leipzig entwickelte in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Tim Lüth aus Berlin das neue Verfahren, das bei Nasennebenhöhlenoperationen oder der Tympanoplastik des Felsenbeines eingesetzt werden soll.

Dort werden seit Jahrzehnten kraftgetriebene Instrumente verwendet, die die knöchernen Strukturen abtragen, um das Operationsfeld freizulegen. Dabei muss der Chirurg äußerst behutsam vorgehen, um umgebende Areale nicht zu verletzen.

Die Überlegung des Entwicklerteams aus Leipzig und Berlin war, mit Hilfe der computergestützten Navigation den Chirurgen zu zwingen, sich nur innerhalb eines bestimmten Spielraumes mit seinen Resektionsinstrumenten zu bewegen.

Lüth entwickelte dazu ein System, mit dem die Position der eingesetzten Instrumente und des Patienten ständig erfasst und signalisiert werden kann. "Der weltweit erstmalige Einsatz eines solchen Instrumentariums wurde möglich durch die Zusammenarbeit von Chirurgen und Ingienieuren", erklärt Lüth. "Die Resektionsgeräte schalten sich nunmehr automatisch ab, sobald sie die Grenzen des errechneten Arbeitsfeldes überschreiten."

Prof. Dr. Andreas Dietz, Direktor der Hals-, Nasen-, Ohren-Universitätsklinik sieht "die neuartige Form der Kooperation im Bereich der computerassistierten Chirurgie, bei der fundierte technische Problembeschreibungen aus dem OP-Saal geliefert und verarbeitet werden, als Basis für die ersten wissenschaftlichen Erfolge des neuen Zentrums".

Die eigentliche Operation verändere sich dadurch nur unwesentlich, die Sicherheitssysteme arbeiten im Hintergrund und greifen erst bei Bedarf ein. Die Sicherheit der Patienten erhöhe sich wesentlich. Eventuell verkürze sich dadurch auch die Operationszeit, weil zügiger gearbeitet werden kann, so die Chirurgen.

MEDICA.de; Quelle: Universität Leipzig