Computerauge für Orthopäden

Mediziner wünschen sich manchmal, in die inneren Bewegungsprozesse eines Patienten hineinschauen und genau sagen zu können, wodurch seine Beschwerden verursacht werden. Hier ist die Wissenschaft gefragt, um mit immer präziseren Technologien Ärzte bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

Durch die Bewegungsanalyse lassen sich pathologische Bewegungsabläufe diagnostizieren und der Erfolg von Behandlungen kontrollieren. Jetzt wird das neuartige Diagnosesystem für Operations- und Rehabilitationsmaßnahmen präsentiert. Unter dem Namen "MobileBody" wurde es entwickelt.

Um Störungen festzustellen, klebt man derzeit reflektierende Kugeln auf für die Bewegung relevanten Stellen am Körper. Diese so genannten Marker werden von Infrarotkameras verfolgt, während sich der Proband über eine Messstrecke bewegt. Dadurch können anschließend das Skelett und die Bewegungsabläufe rekonstruiert und ausgewertet werden.

"Es gibt aber zwei Probleme an den derzeitig verfügbaren Softwares: Sie haben erstens nur ein Standard-Skelett, das an die Größe des jeweiligen Probanden angepasst wird und somit nicht die wirkliche Topologie des Patienten wiedergibt. Zweitens bestehen die Ergebnisse aus Plots und Grafiken, die für Ärzte meist nur schwer interpretierbar sind und ein großes Erfahrungswissen erfordern", beschreibt Diplom-Ingenieur Dominik Raab vom Lehrstuhl für Mechanik und Robotik die Tücken der Technik.

Deshalb kombinieren die Wissenschaftler um Professor Andrés Kecskeméthy diese Analyse mit einer Magnetresonanztomographie (MRT) und Röntgenaufnahmen. Die Auswertung ist somit genauer und man kann am Ende das Original-Skelett des Probanden betrachten. Zudem werden die Ergebnisse verständlicher aufbereitet, angepasst an den klinischen Alltag. "Die nach medizinischen Kriterien ausgelegte Benutzeroberfläche liefert direkt verwertbare Aussagen.

MEDICA.de; Quelle: Universität Duisburg-Essen