Computersoftware plus Ultraschall überführt Übeltäter

Mit Software Urininhalt bestimmen
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Oft schlägt die Therapie nach Harnsteinen fehl, weil der Arzt nicht genau weiß, welche Faktoren die Harnsteinbildung ausgelöst haben. Ein Grund: Urinuntersuchungen sind nicht immer aussagekräftig; wenn ein Stein erst einmal wächst, verändert er unter Umständen dramatisch die Harnzusammensetzung.

Die Ursachen von Steinbildung sind vielfältig. Eine genetische Veranlagung bildet in der Regel den Hintergrund der Erkrankung, Auslöser ist häufig eine unangepasste Ernährung. So kann der Genuss von Lebensmitteln, die viel Oxalsäure enthalten, die Steinbildung fördern - dazu zählt beispielsweise Spinat. Im Urin kann sich die dann diese Säure mit Kalzium zu unlöslichem Kalziumoxalat verbinden, das sich am wachsenden Stein ablagert.

"In diesem Moment verschwindet das Oxalat aber leider aus dem Harn und lässt sich nicht mehr nachweisen", erklärt Dr. Norbert Laube von der Bonner Klinik und Poliklinik für Urologie, Abteilung Experimentelle Urologie. "Der Übeltäter ist gewissermaßen im Stein fixiert. Daher lässt sich das Urinbild mitunter nicht mit der Steingeschichte in Deckung bringen: Nach den gemessenen Werte dürfte der Patient oft gar keinen Stein haben."

Beispiel Oxalsäure: Die eigentliche Konzentration liegt häufig zwei- bis dreifach höher als die Messwerte. "Anhand der Urinanalyse einen erfolgreichen Therapieplan zu entwickeln, ist manchmal fast unmöglich", betont Laube.

Das Prinzip, das hinter dem entwickelten Computerprogramm steckt, ist einfach: Aus zwei im Abstand von einigen Wochen aufgenommenen Röntgen- oder Ultraschall-Aufnahmen berechnet der Computer die Volumenzunahme pro Zeiteinheit. Aus den Patientenakten des jeweiligen "Dauerkunden" weiß der Arzt zudem, wie bei ihm die Zusammensetzung früherer Steine war. Aus diesen Parametern sowie dem Urinfluss durch die betroffene Niere kann das Programm dann berechnen, wieviel von welcher Substanz der Stein pro Zeiteinheit bindet - und wie dieser Effekt die Harnanalyse verfälscht.

Der Arzt erhält so eine korrigierte Harnanalyse, die ihm hilft, den Ursachen der Steinbildung auf die Spur zu kommen. "Das Verfahren ist einfach und kostengünstig", verspricht Laube. "Bei Patienten, die häufig unter Harnsteinen leiden und auf eine Therapie nicht ansprechen, erlaubt es möglicherweise Rückschlüsse auf die Ursachen."

MEDICA.de; Quelle: Rheinische Friedrich- Wilhelms- Universität Bonn