Die an der Fakultät für Informatik der Otto-von-Guericke- Universität Magdeburg gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Leipzig entwickelten Visualisierungsprogramme NeckSegmenter und NeckSurgeryPlanner, werden jetzt klinisch eingesetzt. Die Ärzte wollen vor allem die räumlichen Verhältnisse in der Umgebung von Tumoren analysieren, um Möglichkeiten und Wege einer operativen Entfernung beurteilen zu können.

Mit dem NeckSegmenter werden aus dem Datensatz einer Computertomographie in mehreren Schritten alle relevanten anatomischen Strukturen abgegrenzt. Halsmuskeln, Drüsen, Blutgefäße und teilweise sogar Nerven können jetzt dreidimensional dargestellt werden. Der NeckSurgeryPlanner nutzt die gewonnenen Informationen als Eingabe für verschiedene Formen der 3D-Darstellung und -Interaktion, etwa um Abstände zwischen relevanten Strukturen zu errechnen.

Wissenschaftler der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg identifizierten die wesentlichen anatomischen Strukturen aus radiologischen Bilddaten und rekonstruierten die geometrischen Formen, zum Beispiel von Blutgefäßen, aus den Schichtbildern dreidimensional. Hierbei mussten die spezifischen Fragestellungen der Chirurgen berücksichtigt werden. Ziel war die Entwicklung robuster, gut dokumentierter Softwaresysteme mit speziell auf die ärztlichen Bedürfnisse zugeschnittenen, einfach bedienbaren Benutzungsschnittstellen.

Am Universitätsklinikum Leipzig werden die entwickelten Techniken klinisch erprobt. Zunächst untersuchte man, wie sich unterschiedliche Arten der dreidimensionalen Darstellung auf die Blickbewegungen der Ärzte auswirken. Daraus wurden weiterzuentwickelnde Varianten abgeleitet. Positive Überraschung für die Wissenschaftler: Die für Halsoperationen entwickelten Techniken können mit nur geringen Veränderungen auch für Operationen an der Luftröhre eingesetzt werden.

MEDICA.de; Quelle: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg