Computerspiele erhöhen Aggressionsbereitschaft

Gewalt - spielt sich scheinbar nicht
nur auf dem Bildschirm, sondern
auch im Kopf ab; © PixelQuelle.de

Demnach belegen Experimente, dass das Spielen gewalthaltiger Videospiele im Vergleich zum Spielen eines gewaltfreien Spiels aggressives Verhalten sowie aggressive Gedanken und Gefühle im Spieler begünstigt. Auch Befragungen von Vielspielern und Wenigspielern konnten diesen Zusammenhang bestätigen. Laborexperimente zeigten außerdem, dass das Spielen eines gewalthaltigen Computerspiels die Abrufbarkeit feindseliger Gedanken erhöht. Schon das Anschauen eines Trailers begünstigt eine feindselig-getönte Situationswahrnehmung.

Insbesondere bei Jungen beziehungsweise Männern gibt es einen Zusammenhang zwischen dem intensiven Konsum von Gewaltspielen und der Aggressivität als Persönlichkeitseigenschaft. Die Intensität jener Beschäftigung mit Gewaltspielen bestimmt noch Jahre später die Aggressionsbereitschaft der Spieler. Nachgewiesen werden konnte das über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren.

Die Resultate belegen weiter, dass sich Mädchen beziehungsweise Frauen weitaus seltener mit dem Medium der elektronischen Spiele beschäftigen und zudem eine geringere Vorliebe für gewalthaltige Inhalte zeigen. Diejenigen unter ihnen allerdings, die über ein eher maskulines Selbstbild verfügen, gehören zu den Spielerinnen, die verstärkt Gewaltspiele nutzen.

Die Psychologinnen der Universität Potsdam haben in unterschiedlichen Studien, die von 2004 bis 2006 erfolgten, fast 5000 Probanden untersucht. Durchgeführt wurden Online-Befragungen und schriftliche Befragungen.

Bestandteile der Forschungsarbeit waren zudem Interviews mit Spielern, die besonders intensiv Videospiele nutzen, und auch zwei Experimentalstudien im Labor, bei denen rund 150 Spieler im Alter von durchschnittlich 23 Jahren ein gewaltfreies oder ein gewalthaltiges Computerspiel spielten und danach in Bezug auf die Geschwindigkeit der Abrufbarkeit aggressiver Gedankeninhalte und das Ausmaß von aggressiven Gefühlen miteinander verglichen wurden.

MEDICA.de; Quelle: Universität Potsdam