Computerspiele gegen Arbeitsstress

Frau spielt ein Computerspiel

Für einen Moment lang den Arbeits-
stress vergessen; © SXC

In einer Onlinestudie befragten Professor Sabine Trepte und Leonard Reinecke, Medienpsychologen an der Hamburg Media School, insgesamt 1.010 Nutzer von Onlinespiele-Portalen zu ihrer Nutzung von Computerspielen am Arbeitsplatz. Die Stichprobe ist zwar nicht repräsentativ zeigt aber einen Trend: rund die Hälfte der befragten Nutzer macht von Computerspielen im Büro gelegentlich Gebrauch.

Im Zentrum der Studie stand die Forschungsfrage, in welchem Umfang Computerspiele am Arbeitsplatz zur Erholung genutzt werden und welche Faktoren die Nutzung von Spielen während der Arbeitszeit beeinflussen. Für viele der Befragten stellen Computerspiele am Arbeitsplatz eine willkommene Gelegenheit zum Durchatmen dar. Spiele werden während der Arbeitszeit gezielt eingesetzt, um sich von vorangegangenen Arbeitsbelastungen zu erholen.

"Computerspiele wirken auf ganz verschiedene Weise erholsam: Zum einen lassen sie den Spieler für einen kurzen Moment den Arbeitsstress vergessen und wirken somit entspannend, zum anderen bieten sie Herausforderung und Erfolgserlebnisse und können so zu einer besseren Stimmung verhelfen", erklärt Reinecke.

Besonders attraktiv sind Computerspiele am Arbeitsplatz für Menschen, die starker Arbeitsbelastung ausgesetzt sind. Mehr Stress im Job ging in der Studie mit erhöhter Nutzung von Spielen während der Arbeitszeit einher. Auch das soziale Klima am Arbeitsplatz hat einen Einfluss.

Personen mit mehr sozialer Unterstützung spielen seltener während der Arbeit als Personen, die nur auf wenig Unterstützung durch Kollegen und Vorgesetzte zählen können. "Natürlich bedeutet die erholsame Wirkung von Computerspielen keinen 'Persilschein' für ungehemmtes Spielen während der Arbeitszeit", so Reinecke. Dennoch liefert die Studie Hinweise darauf, dass das Spielen am Arbeitsplatz eine positive Ressource darstellen kann, um die alltäglichen Belastungen des Arbeitslebens zu bewältigen.

MEDICA.de; Quelle: Hamburg Media School