DFG fördert Neuroforschung: Was ist "krank", was "gesund"?

04/11/2016

Neuroforscher des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) werden in den kommenden drei Jahren mit rund 1,9 Millionen Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Die DFG setzt damit ihre seit 2013 laufende Förderung bis August 2019 fort.

Bild: Grafik eines Kopfes mit sichtbarem Gehirn in blau; Copyright: panthermedia.net/the_lightwriter

In verschiedenen Projekten wird der Frage nachgegangen, welche Veränderungn im Gehirn uns "krank" machen können; ©panthermedia.net/the_lightwriter

Das vom UKE geleitete bundesweite Schwerpunktprogramm wird mit insgesamt rund 15 Millionen Euro unterstützt. Die Neurowissenschaftler des UKE untersuchen, wie Nervenzellen des Gehirns – einzeln und als Netzwerk – zu einem bestimmten Verhalten beitragen.

"Vor allem wollen wir verstehen, wie die Nervenzellen ein bestimmtes Verhalten ermöglichen", sagt Prof. Ileana Hanganu-Opatz aus dem Zentrum für Experimentelle Medizin. Sie koordiniert die deutschlandweit verteilten 38 Arbeitsgruppen des Schwerpunktprogramms 1665 mit dem Namen "Resolving and manipulating neuronal networks in the mammalian brain – from correlative to causal analysis". Hanganu-Opatz: "Wenn wir die normale Funktion des Gehirns verstehen, können wir irgendwann auch Veränderungen besser erkennen, die zu Verhaltensstörungen führen." Im Grunde gehe es um die Frage: Was ist "krank", was "gesund"?

Bei der Erforschung des Gehirns bauen die Wissenschaftler unter anderem auf die moderne Methode der Optogenetik und auf eine interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen: Biophysiker entwerfen dabei als "Werkzeugmacher" lichtempfindliche Proteine, mit denen die eigentlichen Hirnforscher mithilfe von Lichtsignalen durch die Schädeldecke hindurch Nervenzellen im Gehirn gezielt an- und abschalten können. Aus den experimentell gewonnenen Daten entwickeln schließlich Mathematiker Modelle, die beschreiben, wie das Gehirn funktioniert.

Gefördert werden insgesamt zwei Projekte im UKE: Prof. Hanganu-Opatz arbeitet gemeinsam mit Prof. Thomas Oertner, Institut für Synaptische Physiologie, an dem Projekt "Cognitive perfor-mance as result of coordinated neuronal activity within developing prefrontal-hippocampal circuits" (weitere Projektbeteiligte sind Prof. Peter Hegemann aus Berlin und Dr. Michael Denker aus Jülich). Dr. Till Schneider, Institut für Neurophysiologie und Pathophysiologie, forscht in dem Projekt "Individualized closed-up transcranial alternating current stimulation" (weitere Projektbeteiligte sind Prof. Carsten Wolters aus Münster und Prof. Christoph Herrmann aus Oldenburg). Dr. Schneider hat die Projektnachfolge vom Leiter der Neurophysiologie, Prof. Andreas Engel, übernommen. Prof. Engel gehörte mit dem Projekt "Causal role of brain oscillations in perception: modulation of network dynamics by transcranial alternating current stimulation" in der ersten Förderperiode zum Schwerpunktprogramm.



MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Mehr über das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) unter: www.uke.de