Nicht zuletzt trägt dazu auch das ab Januar 2006 geltende europäische Arbeitszeitgesetz bei. Dies erklärt der Generalsekretär der DGCh, Professor Dr. med.
Hartwig Bauer erstmals als Vertreter von mehr als 18.000 Chirurginnen und Chirurgen, die in der DGCh als Dachgesellschaft vereinigt sind.

Hauptursachen seien schlechte Vertrags- und Arbeitsbedingungen für Ärzte, wachsende Arbeitsbelastung bei zunehmender Rationalisierung aller Abläufe und bürokratischen Aufgaben, die Ärzte mehr denn je zu leisten haben. "Qualifizierten chirurgischen Nachwuchs zu gewinnen und im Beruf zu halten, ist zunehmend schwierig", betont Professor Bauer.

Chirurgen sind durch arztfremde Aufgaben übermäßig belastet. Sie verbringen täglich fast drei Stunden mit patientenbezogener und administrativer Dokumentation. Zudem erlaubt das neue Arbeitszeitgesetz Ärzten nicht länger, eine Maximalarbeitszeit zu überschreiten. Sie dürften dann nur noch bei Freistellung von ihrer klinischen Tätigkeit forschen. "Der Freizeit- und Wochenendforscher ist international längst nicht mehr konkurrenzfähig", sagt Professor Dr. med. Hans-Detlev Saeger, Präsident der DGCh.

Die Arbeitsbedingungen dürften sich in keinem Fall weiter verschlechtern. Im Gegenteil müsse alles getan werden, um die Aussichten für Ärztinnen und Ärzte an den Universitätsklinika und Krankenhäusern zu verbessern, so die chirurgischen Fachgesellschaften. Derzeit stuft ein Stellenwechsel junge Ärzte jedes Mal auf ihr Einstiegsgehalt zurück.

MEDICA.de; Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften