Bei kritischer Prüfung der erlaubten Zusatzstoffe sei festzustellen, dass den Herstellern vom Gesetzgeber riesige Freiräume gelassen werden, so die offizielle Meinung des DKFZ.

Ferner verstärke die Tabakindustrie mit Hilfe von Zusatzstoffen das Abhängigkeitspotential von Zigaretten, was in der ersten größeren deutschen Veröffentlichung des DKFZ auf der Basis ehemals interner, vertraulicher Tabakindustriedokumente deutlich wird.

Danach wird das Abhängigkeitspotential von Zigaretten maßgeblich über die Säure-Basen-Chemie des Zigarettenrauches reguliert. Die Formel der Zigarettensucht laute: Man verabreiche Nikotin und manipuliere den pH-Wert zu basischen Werten, füge bestimmte Zusatzstoffe und eine Vielzahl von Aromastoffen hinzu, dann ist es selbst Kindern möglich, tiefe Lungenzüge vorzunehmen - mit der Folge des ungehinderten Eindringens aller Schadstoffe des Zigarettenrauches in die tieferen Atemwege.

Hunderte von Zusatzstoffe werden eingesetzt, damit Raucher das Nikotin leichter aufnehmen. Menthol ist einer der bedeutendsten Zusatzstoffe, welcher nicht nur ausgewiesenen Mentholzigaretten, sondern fast allen Zigaretten hinzugefügt wird. Bei der Inhalation von Menthol wird ein verstärkter sensorischer Reiz ausgeübt, der das Rauchen angenehmer empfinden lässt. Dies ermögliche vor allem Einsteigern ein tieferes Inhalieren des ansonsten schmerzhaften Zigarettenrauches.

Um den strengen Tabakgeschmack zu überdecken, setzen die Hersteller Zucker ein, der zusammen mit Ammoniak karamellisiert wird und dadurch einen weichen Geschmack erzeugt.

Diese chemischen Veränderungen führen zur Inhalation größerer Rauchmengen und damit höherer Nikotinmengen, aber auch zu einer erhöhten Gesundheitsgefährdung durch die verstärkte Aufnahme krebserregender und das Blutbild verändernder Substanzen.

MEDICA.de; Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum