Bild: Zwei Gläser mit Schnaps 
Wer ein Schnäpschen in Ehren
nicht verwehren kann, riskiert
ein kleineres Gehirn; © Pixelio

Normalerweise nimmt das Gehirnvolumen im Alter ab und die kognitive Leistungsfähigkeit lässt nach. Während das Gehirn bei 20-Jährigen das komplette Schädelvolumen ausfüllt, ist dies bei Älteren nicht mehr der Fall.

Wissenschaftler wollten jetzt untersuchen, welche Auswirkungen Alkoholkonsum auf diese Prozesse hat. Hintergrund ist nämlich, dass mäßiger Alkoholkonsum durchaus gesund sein soll. Es ist also theoretisch keineswegs ausgemacht, dass Alkohol dem Gehirnvolumen schaden muss.

Für ihre Studie gewannen die Wissenschaftler 1.839 Personen der „Framingham Offspring Study“ im Alter zwischen 34 und 88 Jahren. Zwischen 1999 und 2002 untersuchten sie die Probanden mit Hilfe der Magnetresonanztomographie (MRI) und maßen das totale Hirnvolumen sowie das Hirnvolumen in Relation zum Schädelvolumen.

Danach wurden die Probanden gemäß ihres Alkoholkonsums in fünf Kategorien eingeteilt: Abstinenzler, ehemalige Alkoholkonsumenten, sowie jene mit geringem, mittleren und starken Alkoholkonsum.

Anders als vorhergesagt hatte auch mäßiger Alkoholkonsum keinerlei positiven Effekt auf das Gehirnvolumen. Vielmehr war das Gehirnvolumen pro höherer Trinkkategorie um durchschnittlich –0.25 Prozent geringer als bei den Abstinenzlern. Für jede höhere Trinkkategorie verliert das Gehirn also so viel zusätzliches Volumen, wie bei Nichttrinkern in einem bis zwei Jahren. Alkoholabstinente verlieren pro Jahr höchstens etwa 0.19 Prozent ihres Gehirnvolumens.

Frauengehirne scheinen unter Alkohol stärker zu leiden. Bei ihnen ist der Volumenverlust ausgeprägter. Besonders betroffen sind Frauen über 70 Jahre. In dieser Alters- und Geschlechtsgruppe macht sich Alkoholkonsum am stärksten bemerkbar.

MEDICA.de; Quelle: American Academy of Neurology 59th Annual Meeting Abstract P05.030