Diabetes mellitus ist eine der häufigsten Erkrankungen in den westlichen Industriestaaten. Frühere Untersuchungen haben eine Verbindung zu Erkrankungen wie Pankreas-, Leber-, Endometrium- und Kolonkarzinom gezogen. Die Verbindung zum Ösophagus-, Magen- oder Mammakarzinom dagegen ist weniger deutlich. Welche Rolle der Diabetes mellitus nun tatsächlich in der Pathogenese verschiedener Krebserkrankungen spielt, ist bislang unklar.

Wissenschaftler der Yonsei-Universität in Seoul, Korea, haben sich nun dieser Frage angenommen. An ihrer zehnjährigen, prospektiven Studie nahmen mehr als eine Million Koreaner im Alter zwischen 30 und 95 Jahren teil.

Während des Untersuchungszeitraums zeigte sich, dass jene Studienteilnehmer, die einen Nüchtern-Glukosewert von mehr als 140 mg/dl aufwiesen ein um 25 Prozent erhöhtes Risiko hatten, an einem Karzinom zu sterben als Personen mit einem Nüchtern-Glukosewert von weniger als 90 mg/dl.

Erhöhte Glukosewerte waren am stärksten assoziiert mit einem Pankreaskarzinom. Bei dieser Neoplasie ist das Mortalitätsrisiko bei erhöhten Nüchtern-Glukosewerten bei beiden Geschlechtern um das Doppelte erhöht. Andere Neoplasien, die im Zusammenhang mit erhöhten Nüchtern-Glukosewerten signifikant häufiger auftreten können: Ösophagus-, Pankreas- und Kolonkarzionome bei Männern, bei Frauen dagegen Leber- und Cervixkarzinome.

Bei einigen Krebsarten gab es einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Höhe des Nüchtern-Glukosewertes und der Erkrankungswahrscheinlichkeit: Zum Beispiel beim Ösophagus- und Pankreaskarzinom. Offenbar sind diese Ergebnisse unabhängig von einem möglichen Übergewicht. Die Studienautoren vermuten, dass die Hyperinsulinämie eine der Ursachen der erhöhten Karzinomhäufigkeit bei Diabetikern ist.

MEDICA.de; Quelle: Journal of the American Medical Association 2005, Vol. 293, S. 194-202