Das zeigt eine retrospektive Studie, in der US-amerikanische Forscher 582 schwangere Frauen untersucht hatten, die zwischen 1989 und 2001 im US-Staat Washington in einen Verkehrsunfall verwickelt waren und danach ins Krankenhaus gebracht wurden. Mit Hilfe des "Injury Severity Score (ISS)" konnten sie 84 dieser Frauen als schwer verletzt, 309 als leicht verletzt und 189 als gar nicht verletzt einstufen. Bei all diesen Frauen verglichen sie den Ausgang der Schwangerschaft mit der Schwangerschaft von 17.274 Frauen, die nicht in einen Unfall verwickelt worden waren.

Unter jenen Frauen, die wegen des Unfalls stationär aufgenommen worden waren, brachten 82,9 Prozent das Kind nach dem aktuellen Krankenhausaufenthalt auf die Welt, 17,1 Prozent der Frauen kamen im Laufe dieses Krankenhausaufenthaltes nieder.

Beim Vergleich mit den Schwangeren aus der Vergleichsgruppe hatten die schwer und leicht verletzten Frauen ein deutlich höheres Risiko einer Plazentaruptur beziehungsweise eines Kaiserschnitts. Außerdem litten die Neugeborenen in dieser Gruppe häufiger an respiratorischen Beschwerden.

Erstaunlicherweise ergaben sich auch bei den völlig unverletzt gebliebenen Frauen Schwangerschaftsprobleme: Das Risiko einer vorzeitigen Geburt war 7,9-fach höher als bei den Frauen der Vergleichsgruppe, das Risiko einer Plazentaruptur 6,6-fach höher.

Nun wollen die Studienleiter in weiteren Untersuchungen den Zusammenhang zwischen Polizeiaufzeichnungen von Unfällen und Schwangerschaftskomplikationen darstellen. Auf jeden Fall, so die Wissenschaftler, sollte man eine Schwangere nach einem Verkehrsunfall sehr genau im Auge behalten. Selbst dann, wenn der Unfall äußerlich spurlos an ihr vorüber ging.

MEDICA.de; Quelle: American Journal of Epidemiology 2005, Vol. 161, S. 503-510