Das erste Mal nicht so früh wie gedacht

Mädchen haben in punkto Sexualität
die Nase vorn; © PixelQuelle.de

In allen Altersgruppen verfügen Mädchen über mehr sexuelle Erfahrung als Jungen. Im Alter von 14 Jahren haben 12 Prozent der Mädchen und 10 Prozent der Jungen Geschlechtsverkehr- erfahrung, mit 16 Jahren sind es 47 Prozent der Mädchen und 35 Prozent der Jungen und bei den 17-Jährigen sind es 73 Prozent der Mädchen und 66 Prozent der Jungen. Während sich im Vergleich zu 2001 bei den 14jährigen Mädchen keine relevanten Veränderungen zeigen, ist in der Gruppe der 17jährigen Mädchen ein deutlicher Sprung von 66 Prozent auf 73 Prozent zu verzeichnen.

Eine konkrete Verhütungsberatung durch das Elternhaus erhalten immer noch mehr Mädchen (70 Prozent) als Jungen (60 Prozent). Heute werden jeweils etwa doppelt so viele Jugendliche wie vor 25 Jahren von den Eltern zur Verhütung beraten. Diese Verhütungsempfehlung erfolgt jedoch recht einseitig und geschlechtsspezifisch: Kondom für die Jungen (90 Prozent), Pille für die Mädchen (65 Prozent). Den Mädchen wird das Kondom immerhin zu 48 Prozent zusätzlich empfohlen.

Die große Mehrheit verhält sich beim ersten Geschlechtsverkehr verantwortungsbewusst: 71 Prozent der Mädchen und 66 Prozent der Jungen verhüten beim ersten Mal mit Kondom und/oder 35 Prozent bzw. 37 Prozent mit der Pille. 1980 lag die Kondomnutzung beim ersten Mal nach Angaben der Mädchen noch bei 32 Prozent, bei den Jungen nur bei 28 Prozent.

Einen Frauenarzt haben bei den 14-Jährigen nur 28 Prozent und bei den 15-Jährigen nur 44 Prozent aufgesucht. Mit zunehmendem Alter steigt die Zahl dann sprunghaft an: bei den 16-Jährigen sind es fast drei von vier, und unter den 17-Jährigen bilden diejenigen, die diese Erfahrung noch nicht gemacht haben, mit 13 Prozent eine Minderheit. Dennoch geht die Zahl der sexuell erfahrenen Mädchen, die vor dem ersten Mal zum Frauenarzt bzw. zur Frauenärztin gehen, von 40 Prozent im Jahr 2001 auf aktuell 34 Prozent zurück.

Die "Pille danach" als Notfallmaßnahme. 88 Prozent der Mädchen und 69 Prozent der Jungen, die bereits Geschlechtsverkehr haben, wissen, dass es eine letzte Möglichkeit gibt, wenn kein Verhütungsmittel genutzt wurde oder etwas schief gegangen ist. Damit ist die Kenntnis über die Möglichkeit der Notfallverhütung etwas mehr verbreitet als vor fünf Jahren. Knapp 10 Prozent der Mädchen haben auch bereits persönliche Erfahrung mit der "Pille danach" gemacht.

MEDICA.de; Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung