Das geht Diabetikern an die Nieren

Rauchen und Diabetes passen
nicht zusammen; © Hemera

Bereits 2003 zeigten Haroun et al. in ihrer prospektiven Studie mit mehr als 23.500 Teilnehmern, dass 31 Prozent der chronischen Nierenerkrankungen in der Allgemeinbevölkerung allein auf das Rauchen zurückzuführen sind.

Besonders drastisch sind die Auswirkungen des Rauchens auf die Nierenfunktion bei Diabetikern: So kommt es zur erhöhten Eiweißausscheidung im Urin im Verlauf des Diabetes, und die Progression des Nierenfunktionsverlusts erfolgt rascher als bei nichtrauchenden Diabetikern.

Dieses zeigten Orth et al. 2005 in ihrer Studie zu den Auswirkungen des Rauchens auf die Nierenfunktion von Diabetespatienten. Innerhalb dieser Studie wurden 185 Patienten im Mittel über fünf Jahre beobachtet. Während die mittlere glomeruläre Filtrationsrate (GFR) bei den Nichtrauchern im Verlauf der Studie konstant bei 106±31 ml/min blieb, fiel sie bei den Rauchern signifikant auf 83±22 ml/min ab - und das, obwohl die Gruppe der Raucher im Durchschnitt jünger war und daher zu Studienbeginn einer bessere mittlere GFR hatte als die Nichtrauchergruppe. Diese drastische Verschlechterung der GFR demonstriert die direkten negativen Auswirkungen des Nikotins auf die Nierenfunktion.

Schon jetzt ist die Zuckerkrankheit die häufigste Ursache der Dialysepflicht: Man geht davon aus, dass etwa 40% aller Dialysepatienten aufgrund einer Diabetesfolge nierenkrank geworden sind. Und unter den Diabetikern, die dialysepflichtig werden, sind auffällig viele Raucher (70%).

MEDICA.de; Quelle: Gesellschaft für Nephrologie e.V.