17/11/2005

Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein

Datensicherheit der elektronischen Gesundheitskarte wichtiger als Zeitpläne

Düsseldorf, 14. November 2005 – „Beim gesamten Telematikprojekt geht es um hochsensible Daten von Patienten und Ärzten. Wir wollen deshalb unser Sicherheits-Know-how in den Dienst des Projekts stellen“, erklärte heute Dr. Leonhard Hansen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNo), im Rahmen einer Pressekonferenz in Düsseldorf.

„Datensicherheit hat Vorrang vor Zeitplänen. Dem Gesundheitswesen nutzt es nicht, wenn die elektronische Gesundheitskarte zwar im Rahmen des ursprünglichen Zeitplans fertig wird, aber die Bevölkerung sie nicht akzeptiert. Einen Flop kann sich keiner der am Projekt Beteiligten leisten“, bekräftigte der Vorsitzende des Vorstands der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Köhler.

Als bundesweit erste KV hat die KV Nordrhein seit 2001 ihren Mitglieder einen Kommunikationsserver im Rahmen des Projektes „Doctor to Doctor“ (D2D) angeboten. Mittlerweile wickeln auf dem D2D-Server etwa 500 ärztliche Nutzer im Alltagsbetrieb erprobte Telematik-Anwendungen in der Routine ab. Hierzu gehören das elektronische DMP (Disease-Management-Programm), Online-Abrechnung mit der KV, elektronische Dokumentation und Abrechnung gegenüber Berufsgenossenschaften, der elektronische Arztbrief sowie elektronische Dokumentationen zur Früherkennungskoloskopie.

Die KV Nordrhein hat dem Gesundheitsministerium des Landes angeboten, die aus ihrem Projekt gewonnenen Erfahrungen für die Testregion der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) zur Verfügung zu stellen. „In einem Brief an Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat die KV Nordrhein darauf hingewiesen, dass sich das Land Nordrhein-Westfalen mit der Region Essen/Bochum als Testregion für die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte offiziell bei der gematik bewirbt und hierbei auf uneingeschränkte Unterstützung der KV bauen kann“, so Dr. Leonhard Hansen.

Die KBV betreibt gemeinsam mit Apothekern, Krankenkassen und anderen Verbänden der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen die gematik. In dieser Betriebsgesellschaft arbeiten die 15 Spitzenorganisationen im deutschen Gesundheitswesen gemeinsam an der Entwicklung der elektronischen Gesundheitskarte. Ferner erstellt sie im Rahmen eines eigenen Projektes eine Telematik-Referenzimplementierung, in der die in der gematik getroffenen Architekturentscheidungen auf Praxistauglichkeit getestet werden.

Auf dem gemeinsamen Messestand von KVNO und KBV können interessierte Besucher aktuelle Telematik-Anwendungen wie etwa das elektronische Rezept und elektronische Patientenakte in realen Tests verfolgen und sich über die Funktionsweise der zukünftigen elektronischen Gesundheitskarte informieren. Die Vertreter der KBV und der KVNo sind in Halle 17, Stand A 17/81, auf der MEDICA zu finden. Sie findet vom 16. bis 19. November in Düsseldorf statt.

Ansprechpartner für Journalisten:
Ruth Bahners (KV Nordrhein), Telefon: 0211 5970 8279
Dr. Roland Stahl (KBV), Telefon: 030 4005 2201