Dauerhafte Schäden bei Kindern vermeiden

Foto: Junge mit gebrochenem Arm beim Arzt

Etwa 43 000 Kinder im Alter von 0
bis 15 Jahren werden jedes Jahr
wegen eines Knochenbruchs im
Krankenhaus aufgenommen;
© panthermedia.net/Wavebreak-
media ltd

Bei Spiel, Sport und im Straßenverkehr verletzen sich in Deutschland jährlich schätzungsweise 900 000 Kinder so schwer, dass sie vom Arzt behandelt werden müssen. Die dritthäufigste Unfallfolge sind Knochenbrüche – meist von Armen oder Beinen.
Neben vorbeugendem Schutz der Kinder sei nach einem Unfall vor allem eine qualifizierte Behandlung durch einen Kinderchirurgen wichtig, so die DGKCH. Nur dann ließen sich falsches Zusammenwachsen und mögliche Behinderungen vermeiden.

Etwa 43 000 Kinder im Alter von 0 bis 15 Jahren werden hierzulande jedes Jahr wegen eines Knochenbruchs von Arm oder Bein stationär im Krankenhaus aufgenommen. Fast die Hälfte der Verletzungen sind Frakturen des Unterarms, gefolgt von Brüchen von Schulter und Oberarm mit etwa 9000 Fällen. „Aufgrund ihrer Schutzfunktion etwa beim Sturz auf die ausgestreckte Hand sind Ober- und Unterarm am häufigsten betroffen“, sagt Professor Jörg Fuchs.

Auch wenn kindliche Knochen schneller heilen als die von Erwachsenen ist ihre Behandlung alles andere als trivial: „Frakturen bei Kindern unterscheiden sich in Diagnostik und Therapie grundlegend von Knochenbrüchen des ausgewachsenen Skelettsystems“, erläutert Professor Fuchs, der Direktor der kinderchirurgischen Universitätsklinik in Tübingen ist. Das beginne schon beim Erheben des Befundes. „Unsere kleinen Patienten können uns oft nicht sagen, wo genau es ihnen weh tut“, erläutert Fuchs.

Die Deutung der Röntgenbefunde erfordere zudem viel Erfahrung: Haarrisse, Drehfehler und Verschiebungen könnten beim wachsenden Knochen leicht übersehen oder falsch eingeschätzt werden. Hier drohen schwerwiegende Folgen: Der Bruch heilt schlechter, Knochen wachsen fehlerhaft zusammen – schließlich können die Kinder die betroffenen Gliedmaßen mitunter nicht mehr uneingeschränkt bewegen.

Deshalb muss der Arzt bei der Wahl der Therapie auch das noch zu erwartende Wachstum des Knochens einbeziehen: „Eine korrekte Wachstumsprognose der jeweiligen Fraktur durch den Kinderchirurgen ist für eine optimale Therapie essenziell“, so Fuchs. Denn je nach Lage und Art des Knochenbruchs, Alter, Geschlecht und Entwicklungsstadium des Patienten heile der Bruch unterschiedlich.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie